Pegida Schweiz krebst zurück: Erste Demo abgesagt

Gross war das Getöse, als Anfang Januar bekannt geworden war, dass sich in der Schweiz ein Ableger der deutschen Pegida-Bewegung formiert hat. Umgehend kündigte der als «Pegida Schweiz» gegründete Verein via Facebook an, am 16. Februar einen «Abendspaziergang» nach Dresdner Vorbild durchzuführen.

Sarah Gerteis
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Gross war das Getöse, als Anfang Januar bekannt geworden war, dass sich in der Schweiz ein Ableger der deutschen Pegida-Bewegung formiert hat. Umgehend kündigte der als «Pegida Schweiz» gegründete Verein via Facebook an, am 16. Februar einen «Abendspaziergang» nach Dresdner Vorbild durchzuführen. Mit dem Protestmarsch wollten sich die Organisatoren unter anderem gegen eine «Islamisierung» der Schweiz einsetzen – und hofften auf zahlreiche mitmarschierende Wutbürger.

Nachfrage «grösser als erwartet»

Nun entpuppt sich das wochenlange Säbelrasseln als Sturm im Wasserglas: Die Organisatoren haben die Demonstration abgesagt. Als Gründe nennt Pegida Schweiz die «grösser als erwartete mediale und politische Nachfrage» sowie den «damit verbundenen erhöhten administrativen und organisatorischen Aufwand». Der «Abendspaziergang» werde kurzfristig neu angesetzt; wann, ist allerdings völlig offen. Unklar ist auch, ob die ursprünglich angekündigten Redner – darunter Tatjana Festerling, Mitbegründerin der Partei Alternative für Deutschland – noch immer mit von der Partie sein werden.

Vereinsgründer bleiben anonym

Dass der Protestmarsch überhaupt jemals stattfinden wird, ist fraglich. Die Absage, kommuniziert am letzten Samstag, löste auf Facebook kaum Reaktionen aus, ein möglicher Durchführungsort wurde nie bekanntgegeben, die für Mitte Januar in Aussicht gestellte Webseite nie aufgeschaltet. Zudem setzen die Gründer von Pegida Schweiz nach wie vor auf die Anonymität des Internets: Wer dem Verein vorsteht, ist nicht bekannt.

Als einziger Exponent trat Mitte Januar der Ostschweizer Ignaz Bearth in Erscheinung. Der Präsident der Direktdemokratischen Partei Schweiz outete sich als Sprecher und war auch als Redner für den «Abendspaziergang» vorgesehen. Doch bereits wenige Tage später verkündete das Ex-Mitglied der rechtsextremen Pnos seinen Rücktritt – «zum Wohle der Pegida Schweiz». Was damals noch niemand wusste: Bearth war wegen eines Facebook-Eintrages ins Visier der Bundesanwaltschaft geraten. Er hatte Kanzlerin Angela Merkel als Nazi bezeichnet.

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