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PARTEITAG: FDP feiert gleich drei Bundesräte

Die FDP hat für kurze Zeit wieder einmal mehr als zwei Bundesräte. Der neue rief zu einer Politik des guten Mutes auf, der scheidende warnte vor Übermut.
Fabian Fellmann
Von seiner Partei bekam Ignaz Cassis gestern einen freisinnigen Schmiedehammer in Engelberg geschenkt. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Von seiner Partei bekam Ignaz Cassis gestern einen freisinnigen Schmiedehammer in Engelberg geschenkt. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Fabian Fellmann

Sie war in Feierlaune gestern, die FDP. Einst stellte die Partei alle sieben Bundesräte, doch seit der Wahl des ersten katholisch-konservativen Magistrats 1891 ging es für den Freisinn bergab. Umso mehr freute sich die Parteispitze in Engelberg darüber, wieder einmal mehr als die üblichen zwei eigenen Bundesräte zu einer Delegiertenversammlung begrüssen zu können.

Mit Ignazio Cassis hat sie noch bis übernächste Woche einen designierten, mit Didier Burkhalter einen scheidenden sowie mit Johann Schneider-Ammann einen amtierenden Bundesrat. Ein permanenter dritter FDP-Bundesrat würde der Schweiz guttun, meinte Parteipräsidentin Petra Gössi.

Der Wahl von Cassis widmete die Partei einen Film, der beim Hauptakteur selbst die Emotionen hochgehen liess. Vor Rührung kamen ihm die Tränen, den Anfang seiner Begrüssungsformel brachte er nur stammelnd heraus, was ihm prompten Applaus eintrug. Rasch fand der Tessiner jedoch seinen Humor wieder und meinte, die langfädige Begrüssung habe ihm nur Zeit verschaffen sollen, sich zu beruhigen – nun könne er mit seiner Rede loslegen.

Cassis rief zu mehr positivem Denken auf. «Optimismus ist in der Politik ein kostbares Gut», sagte er. Pessimismus und die Angst, Fehler zu machen, führten in die Blockade. «Nur wer etwas tut, macht auch Fehler», sagte der Freisinnige, der am 1. November sein neues Amt als Vorsteher des Aussendepartements antreten wird. Inhaltlich blieb Cassis in seiner Rede allerdings vage – alles andere wäre vor seinem Amtsantritt ein weiterer Misstritt gewesen.

Eine Schutzweste für Cassis

Fehler hat Cassis jedoch schon einige gemacht, etwa mit seiner Mitgliedschaft beim Verein Pro Tell, wie er eingestand (siehe Kasten). Es werde halt scharf geschossen in der Politik, «ich werde mir wohl eine Schutzweste kaufen müssen», witzelte Cassis. Die Partei setzte auf ganz andere Metaphern: Weil Cassis bei seiner Antrittsrede gesagt hatte, er wolle das Land stärker zusammenschmieden, erhielt er als ­Geschenk einen freisinnigen Schmiedehammer.

Sichtlich gelöst liess sich danach Didier Burkhalter verabschieden. Der Neuenburger hatte kein einfaches Verhältnis zu seiner Partei, oft stand er dort politisch im Gegenwind. Gestern bedankte er sich staatsmännisch: «Danke, dass die FDP die Unabhängigkeit der Institutionen respektiert hat.» Dann redete er den Delegierten aber ins Gewissen: Träume von drei Bundesräten seien nicht realistisch. Vielmehr sei es schon ein Erfolg, dass der Anspruch der FDP auf zwei Sitze in der Landesregierung nicht mehr in Frage gestellt werde. Auch warnte Burkhalter die Partei vor Übermut: Gute Lösungen für das Land müssten unter Einbezug aller politischen Kräfte gefunden werden.

Auch beim gemeinsamen Fototermin mit Schneider-Ammann und Cassis konnte sich der Neuenburger ein paar launige Sprüche indes nicht verkneifen. Eine Fotografin forderte die drei auf, sich wie Freunde zu umarmen. «Aber küssen muss ich sie nicht auch noch?», gab Burkhalter zurück. «Wir bewundern einander natürlich. Aber küssen ginge mir dann doch zu weit.»

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