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Pannenserie bei Bauarbeiten im Albistunnel

Bei der Sanierung des Albistunnels zwischen Sihlbrugg und Baar durch eine Drittfirma kam es zu erheblichen Problemen. Trotzdem wollen die SBB mehr solcher Projekte outsourcen.
Philipp Felber
Der einspurige Albistunnel bei Baar. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 31. März 2009)

Der einspurige Albistunnel bei Baar. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 31. März 2009)

Die SBB wollen Aufträge ihrer ­Infrastruktur-Division im grossen Stil auslagern (Artikel vom 9. Oktober). Die Gewerkschaften vermuteten einen Kahlschlag beim Personal, die SBB hielten dagegen. Doch die Bundesbahnen reagierten nervös und luden die Eisenbahnergewerkschaft SEV zu einer Aussprache ein. Gefruchtet hat sie allerdings wenig. Mehr noch: Die Gewerkschaft prangert nun ein Erneuerungsprojekt aus dem Jahr 2016 an.

Die Sanierung des Albistunnels zwischen Sihlbrugg und Baar sei ein Pilotprojekt für die geplante Auslagerungswelle gewesen, schreibt die Gewerkschaft in der neusten Ausgabe der SEV-Zeitung. Und: Der Bau sei gehörig misslungen. Tatsächlich ist beim Bau 2016 einiges schiefgegangen. Die Fachzeitschrift «Eisenbahn-Revue» berichtete damals von einer «Pannenserie bei Bauarbeiten im Albistunnel». An vier Wochenenden wurde gebaut. Ausgeführt wurde der Auftrag von der Firma Sersa, welche das Projekt als Generalunternehmen übernahm. Das heisst, dass das Unternehmen die Verantwortung für den Bau trägt, was nicht ­üblich ist bei solchen Projekten.

Sanierung dürfte teurer werden

Bereits am ersten Wochenende kam es zu Pannen. Diese zogen sich in der Folge auch unter der Woche weiter, wie die SBB damals bestätigten. Es kam zu mehreren Verspätungen wegen der Baustelle. Die Probleme hatten Auswirkungen auf die Sanierung: Der Bauplan wurde umgestellt, auf einem Abschnitt mussten die geplanten Arbeiten gar auf ein Jahr später verschoben – die Strecken an drei weiteren Wochenenden gesperrt werden.

Die Erneuerung von Schienen, Schotter und Schwellen im Albistunnel sollte rund 4,5 Millionen Franken kosten, wie Recherchen zeigen. Der SEV geht aber davon aus, dass diese überschritten wurden. Die SBB konnten eine Nachfrage dieser Zeitung nach den tatsächlichen Kosten nicht beantworten. Dass diese höher lagen als ursprünglich geplant, ist aber naheliegend: Alleine die Verlängerung der Bauzeit um drei Wochenenden dürfte die Fahrbahnerneuerung deutlich teurer gemacht ­haben. Die SBB betonen, dass es sich beim Bau keineswegs um ein Pilotprojekt zu den geplanten Auslagerungen handelte. Vielmehr würden heute rund 6 Prozent aller Fahrbahnerneuerungen an Drittfirmen vergeben. Beim Rest tragen die SBB selber die Verantwortung. Bis 2025 wollen die SBB rund 50 Prozent der Aufträge inklusive der entsprechenden Verantwortung auslagern.

Ob die Firmen aber überhaupt das richtige Know-how ­haben, um solche Aufträge auszuführen, bezweifelt der SEV. «Die Drittfirmen sind heute gar nicht in der Lage, die Arbeiten als Generalunternehmen auszuführen», sagt Gewerkschaftssekretär Urs Huber. Dies hätten die SBB während des Gesprächs zugegeben. Die SBB widersprechen ­jedoch. Schon heute würde bei Aufträgen an externe Firmen die Qualität stimmen, sagt eine Sprecherin. Ausgelagert würde zudem nur dort, wo der Markt vorhanden sei beziehungsweise entwickelt werden könne.

Dass es bei dieser geplanten Marktentwicklung zu einem Aderlass beim Personal der SBB kommt, sieht der SEV als sicher an. Er warnt vor einem Exodus der Fachkräfte. Momentan sei die Fluktuation im Normalbereich, sagen die SBB. Und man rechne nicht damit, dass die Auslagerungen die Situation verschlechtern würden. Fakt ist aber auch: Bereits heute haben die SBB Probleme, genügend Fachpersonal zu finden

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