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Kommentar

Organspende: Reden wir darüber!

Der Bundesrat will die Zahl der Organspender erhöhen. Wer sich nicht explizit dagegen äussert, gilt als Spender. Das letzte Wort sollen aber weiterhin die Angehörigen haben.
Anna Wanner
Anna Wanner

Anna Wanner

Dank einer Organspende lässt sich die Lebensqualität eines kranken Menschen nicht nur massgeblich verbessern. Die Organspende rettet Leben. Viele Schweizerinnen und Schweizer sind laut Umfragen einer Organspende nicht abgeneigt, haben ihre Absicht aber nie klar geäussert. Das führt dazu, dass im Todesfall die Angehörigen in einer belastenden Situation schnell entscheiden müssen und eine Spende in 60 Prozent der Fälle ablehnen.

Nun will eine Initiative die sogenannte Widerspruchslösung einführen und die Bürger dazu zwingen, sich mit der Organspende auseinanderzusetzen. Der Entwurf sieht vor: Wer sich nicht explizit dagegen äussert, gilt als Spender. Der Ansatz ist nicht verkehrt. Wer zu Lebzeiten erklärt, seine Organe spenden zu wollen oder auch nicht, nimmt den Angehörigen eine grosse Bürde ab.

Denn Handlungsbedarf besteht. Zu viele Menschen warten heute vergeblich auf ein Spenderorgan. Die Vorlage der Initianten ist jedoch zu radikal. Es gilt zu akzeptieren, dass sich Personen schlicht nicht mit der Frage befassen wollen. Auch ist es nicht zumutbar, die Organe eines Menschen zu entfernen, wenn es womöglich gegen dessen Willen geschieht.

Der Bundesrat schlägt einen Mittelweg vor, der sich in der Ausführung nicht stark von der heutigen Regel unterscheidet: Der Entscheid soll weiterhin bei den Angehörigen liegen. Ihnen ist am meisten geholfen, wenn sie den Wunsch des Verstorbenen kennen. Da erweist sich die Initiative als durchaus nützlich: Wir reden darüber. Endlich!

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