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«Opfer einer Hexenjagd»

Der umstrittene Priester Reto Nay meldet sich auf Gloria.tv zu Wort. Er verteidigt die Verwendung des Hakenkreuzes im Zusammenhang mit der «Pille danach».
Franco Brunner
Reto Nay auf Gloria.tv. (Bild: gloria.tv)

Reto Nay auf Gloria.tv. (Bild: gloria.tv)

CHUR. «Don Reto Nay nimmt Stellung.» Unter diesem Titel ist auf dem umstrittenen katholischen Internetportal Gloria.tv derzeit ein Interview zu finden. Der offiziell immer noch untergetauchte Priester Reto Nay nimmt darin erstmals Stellung zu den Hakenkreuz-Beiträgen des Portals, die in den vergangenen Tagen international Aufsehen erregt hatten. Am vergangenen Freitag wurde Nay vom Churer Bischof entlassen. Nay weist jede Kritik zurück.

Ein Symbol der Verachtung

Der Internet-TV-Sender hatte die Porträts von zwei Kardinälen und vier Bischöfen aus Deutschland aufgrund deren zustimmender Haltung zur «Pille danach» – notabene im Falle einer Vergewaltigung – mit Hakenkreuzen versehen. «Die englischsprachige Redaktion hat die Verachtung für das menschliche Leben, welche die deutschen Bischöfe beweisen, mit einem Hakenkreuz qualifiziert», kommentiert Nay diesen Umstand im Interview auf Gloria.tv, dessen Mitbegründer er ist. Das Hakenkreuz sei ein Symbol der Verachtung des Lebens. Und die «Pille danach» sei ein Symbol für die Verachtung des Lebens, erklärt Nay in seiner Stellungnahme weiter. «Bei den Nazis weiss man, dass sie gewissenlos waren.» Bei katholischen Bischöfen dürfe man voraussetzen, dass das nicht der Fall sei, obwohl die Einführung der «Pille danach» in katholischen Spitälern das Gegenteil beweise. «Die deutschen Bischöfe erlauben in ihren Krankenhäusern das Töten», lässt sich Nay weiter zitieren.

«Unabhängige Stimme»

Nay sieht sich derweil als eigentliches Opfer der ganzen Angelegenheit. Als «Opfer einer deutschen Hexenjagd», wie er es selber nennt. «Die aktuelle Kampagne richtet sich gegen eine unabhängige Stimme im Internet, die nicht unter der Fuchtel der grossen Medien-Mächtigen steht, welche die Abtreibung und die <Pille danach> anbeten», sagt Nay. Wer hinter dieser «Hexenjagd» steht, ist für den entlassenen Priester klar. «Diese Jagd wurde von zwei homosexuellen Aktivisten aus Deutschland eingeleitet, einer ist ein aus der Kirche ausgetretener Ex-Katholik, der andere ein Priester.»

Zum Schluss sieht Nay gar noch etwas Positives in den umstrittenen Beiträgen und dessen Folgen. «Das Hakenkreuz hat dafür gesorgt, dass das Thema der <Pille danach> nicht eingeschlafen ist. Das ist wichtig», sagt er. Zudem habe die gegenwärtige Kampagne dazu geführt, dass Gloria.tv noch bekannter geworden sei.

Rassistisch und homophob

Es ist nicht das erste Mal, dass Nay mit Veröffentlichungen im Internet für Schlagzeilen sorgt. Der Priester ist auch im Zusammenhang mit dem mittlerweile vom Netz genommenen Portal Kreuz.net aufgefallen. Nay äusserte sich dort lobend über die Internetseite und war auch einverstanden mit der Publikation einzelner Artikel von ihm.

Die rassistischen und homophoben Inhalte der Website haben schon länger die Verfassungsschützer auf den Plan gerufen. Es gelang aber bisher nicht herauszufinden, wer hinter der seit 2004 betriebenen Plattform steht.

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