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OLYMPISCHE SPIELE: Der Bundesrat ist im Olympiafieber

Der Bundesrat will die Schweizer Kandidatur für Winterspiele im Jahr 2026 mit acht Millionen Franken unterstützen. Sollte die Schweiz sich gegen die Konkurrenz durchsetzen, will er bis zu einer Milliarde ausgeben.
Richard Clavadetscher
Jean-Philippe Rochat, Präsident von «Sion 2026», bei der Präsentation des Projekts. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Lausanne, 8. Juni 2017))

Jean-Philippe Rochat, Präsident von «Sion 2026», bei der Präsentation des Projekts. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Lausanne, 8. Juni 2017))

Richard Clavadetscher

Der Bundesrat hat entschieden: Er steht dem Projekt für Olympische Winterspiele 2026 «im Herzen der Schweiz» erwartungsgemäss positiv gegenüber – und liesse sich dies einiges Kosten: 995 Millionen Franken nämlich.

Der Betrag setzt sich zusammen aus 8 Millionen für das Budget zur Kandidatur von insgesamt 25 Millionen Franken, 827 Millionen für die Durchführung der Spiele, für die 1,98 Milliarden an Ausgaben und 1,15 Milliarden an Einnahmen veranschlagt sind. 31 Millionen an Bundesgeld sind als Zustupf an die «olympiaspezifischen Infrastrukturen» vorgesehen und 44 Millionen zur Aufrüstung der kantonalen Polizeien – neben 85 Millionen für den Mehraufwand bei den Sicherheitsorganen des Bundes. Mit der knappen Milliarde kommt die Landesregierung den Wünschen der Promotoren nach, die sich im Vorfeld in etwa diesen Bundesbetrag erhofften.

«Ein hervorragendes Zeichen des Bundesrats»

Der Bundesrat hat das Verteidigungs- und Sportdepartement (VBS) beauftragt, bei der Ausarbeitung der Botschaft ans Parlament abzuklären, «wie die Limitierung dieser Defizitgarantie sichergestellt werden kann».

«Dies ist ein hervorragendes Zeichen, dass wir nun die Ausarbeitung der Kandidatur fortführen können», sagte gestern ein gut gelaunter Ständerat Hans Stöckli (SP/BE), Vizepräsident des Organisationskomitees, in einer ersten Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung. Man werde dies «mit klar definierten Beträgen» tun.

Der Bundesrat hält indes fest, dass «für den Erfolg des Projekts die Unterstützung der Bevölkerung eine Voraussetzung» ist. Das wird in besonderem Masse für die Walliser gelten, wo das Volk aufgrund der Höhe der Aufwendungen an die Urne gerufen wird. In anderen Kantonen werden die Parlamente entscheiden. Dies ist auch beim Bund so geplant. Dort ist die Schlussabstimmung beider Räte bereits auf den 14. Dezember 2018 terminiert.

Kritik selbst von der SVP

Ohne Gegenwind wird «Sion 2026» indes nicht sein. So fordert die Grüne Partei bereits, dass der Bundesrat seinen Beschluss über die finanzielle Beteiligung dem Parlament als referendumsfähige Vorlage unterbreitet. Es sei «unverantwortlich», wenn die Schweiz «ein so grosses finanzielles Risiko» eingehe, ohne die Bevölkerung zu befragen. Selbst die SVP stellt sich bei «Sion 2026» gegen ihren Sportminister : Angesichts knapper Finanzen gelte es, klare Prioritäten zu setzen.

Auch die bei Olympia-Projekten abstimmungserprobte Bündner SP-Nationalrätin Silva Semadeni äussert Kritik am Bundesrat. Sie zweifelt nur schon an den veranschlagten Ausgaben für die Sicherheit: Sie seien gar nicht abschätzbar. Dies habe sich schon 2010 – also noch vor Aufkommen des IS – in Vancouver gezeigt, wo die Sicherheitskosten fünfmal höher ausfielen als budgetiert.

Semadeni ist deshalb zuversichtlich, dass die eidgenössischen Räte «Sion 2026» einen Riegel schieben werden: «Wenn der Bundesrat sagen muss, wo er die Milliarde einsparen will, wird es an Kritikern nicht mangeln.» Dasselbe gelte für die Kantone, wo das Parlament über die Olympiaausgaben zu befinden habe. Und selbst beim bisher olympiafreundlichen Walliser Stimmvolk ist die Bündnerin nicht hoffnungslos: «Ich rechne auch dort mit einem Nein.»

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