Obligatorium darf kein Tabu sein

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Eine Mehrheit der Ange- stellten in den hiesigen Spi- tälern lässt sich nicht impfen gegen die Grippe. Das ist aus zwei Gründen bedenklich: Einerseits schüren sie dadurch Skepsis gegenüber Impfungen. Wenn sich nicht einmal Personen impfen lassen, die im Gesundheitswesen arbeiten, warum soll es dann die breite Bevölkerung tun? Anderer- seits gibt es gerade in Kran- kenhäusern viele schwache Patienten, für die es schlimme Folgen haben kann, wenn sie mit der Grippe angesteckt werden.

Es ist darum zu begrüssen, dass der Bund nun die Haltung des Gesundheitspersonals gegenüber Impfungen vertieft untersucht und auch Spitäler ihre Bemühungen intensivieren, um Grippeansteckungen zu minimieren. Freiwillige Massnahmen haben dabei grundsätzlich Vorrang. Man darf sich aber auch nichts vormachen: Bund und Spitäler setzen schon seit Jahren auf Freiwilligkeit, auf Information und Sensibilisierung. Mit mässigem Erfolg. Das Gesundheitspersonal wehrt sich gegen ein Impfobligatorium. Das ist durchaus verständlich. Der Schutz der Patienten geht hier jedoch vor. Und extreme Nebenwirkungen bei der Grippeimpfung sind äusserst selten. Ein Impfobligatorium darf darum kein Tabu sein, wenn andere Massnahmen auch weiterhin nichts nützen.