Nur kurze Verschnaufpause für die Pensionskassen

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Vorsorge Die Pensionskassen haben letztes Jahr wieder höhere Erträge erwirtschaftet. Die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) drängt dennoch auf weitere Anpassungen.

2016 konnten die Pensionskassen die durchschnittliche Anlagerendite zwar von 0,8 Prozent auf 3,7 Prozent steigern, und das trotz Negativzinsen. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich erst am Beginn eines grösseren Wandels befinde, sagte OAK-BV-Präsident Pierre Triponez gestern anlässlich der Jahreskonferenz. Einer der wichtigsten Gründe für die Entwicklung ist die höhere Lebenserwartung. Im überobligatorischen Bereich seien Rentenkürzungen bei gleich bleibendem Rentenalter längst Realität. In einigen Jahren werde auch der Umwandlungssatz im obligatorischen Bereich wieder überprüft werden müssen. Vizepräsidentin Vera Kupper benannte weitere Systemrisiken: Der durchschnittliche Deckungsgrad der Vorsorgeeinrichtungen ist mit 103 Prozent zwar stabil geblieben. Doch bei der Sanierungsfähigkeit tragen die Hälfte der Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie ein hohes bis sehr hohes Risiko.

Anforderung an Aufsicht erhöhen

Beim Anlagerisiko waren es 41 Prozent, deutlich mehr als im Vorjahr. Kupper sprach von steigendem Renditedruck, dem die Vorsorgeeinrichtungen ausgesetzt sind, um die versprochenen Leistungen finanzieren zu können. Sie wies auch auf die fehlenden Wertschwankungsreserven hin. Diese seien trotz guter Anlagejahre nur zu 39 Prozent des Zielwerts geäufnet. Laut Kupper sind in dieser Situation die paritätischen Organe der Vorsorgeeinrichtungen gefordert. Sie müssten Risiken realistisch beurteilen können. Die OAK BV will daher die Anforderungen an Führung und Aufsicht erhöhen. (sda)

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