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Noch sitzt die SRG auf dem zu hohen Ross

Zur Sache
Pascal Hollenstein

Die politischen Beissreflexe sind offenkundig eingespielt, aber bei einem vorgeblich politisch neutralen Medienunternehmen irritierend: Kaum hat die Zürcher SVP Position für die No-Billag-Initiative ergriffen, da brechen beim öffentlichen Rundfunk alle Dämme. Journalisten und Moderatoren der SRG-Sender überbieten sich auf den sozialen Medien gegenseitig mit Schreckenszenarien, ginge man der Zwangsgebühren verlustig. Manche vergreifen sich dabei komplett im Ton. Jedenfalls gilt in ihren Kreisen als ausgemacht: Nur die SRG bietet in diesem Land unabhängigen Journalismus und jenen medialen Service public, den die Demokratie braucht. Ohne die SRG – und zwar genau in dieser Grösse – drohe dem Land das Schlimmste.

Die Tonlage belegt, dass die SRG und viele ihrer Mitarbeiter noch immer auf dem zu hohen Ross sitzen. Spätestens seit dem äusserst knappen Ja zum Radio- und Fernsehgesetz vor zweieinhalb Jahren war klar, dass der stete Wachstumskurs der SRG in der Bevölkerung an Sukkurs verloren hat. Weder die Sendeanstalt noch Medienministerin Doris Leuthard waren indes gewillt, diesem Stimmungswandel Rechnung zu tragen und die SRG zu verschlanken. Sie haben das Volk schlicht ignoriert. Der Vergleich sei erlaubt: Wer ein Tier zur heiligen Kuh erklärt und politisch immunisiert, der riskiert seine Schlachtung.

Gewiss, die No-Billag-Initiative schiesst über das Ziel hinaus. Aber es ist höchste Zeit, Angebote und Kosten des öffentlichen Rundfunks zu redimensionieren. Und statt Propaganda zu betreiben, sollten die Journalisten dort das tun, was sie für sich in Anspruch nehmen: Service public bieten, und zwar politisch neutralen.

pascal.hollenstein@tagblatt.ch

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