«NO BILLAG»-INITIATIVE: Die SRG kündigt Änderungen an: «Wir verzichten in Zukunft auf Werbung in Spielfilmen»

Gilles Marchand, Generaldirektor der SRG, stand nach der gewonnenen Abstimmung über «No Billag» vor die Medien und stellte ein Massnahmenpaket inklusive Stellenabbau vor.
Unmittelbar nach dem Nein zu No Billag kündete SRG-Generaldirektor Gilles Marchand unter anderem einen Stellenabbau an. (Bild: Keystone)

Unmittelbar nach dem Nein zu No Billag kündete SRG-Generaldirektor Gilles Marchand unter anderem einen Stellenabbau an. (Bild: Keystone)

<p itemprop="headline">&laquo;No Billag&raquo;-Initiative deutlich abgelehnt: Das sagen die Gewinner und Verlierer</p> Die «No Billag»-Initiative scheitert am Ständemehr. Gemäss SRG-Hochrechnung sagen 71 Prozent der Stimmbeteiligten Nein zu «No Billag». Am Sonntagnachmittag trat Gilles Marchand vor die Medien. Er sei über das klare Ergebnis erleichtert. Gleichzeitig kündigte er Anpassungen im Angebot und einen Stellenabbau an.

Die angekündigten Massnahmen im Überblick

  • Die SRG werde aufgrund der Gebührensenkung und wegen der vom Bundesrat vorgenommenen Plafonierung der Einnahmen sowie infolge der stetig sinkenden Werbeerlöse einen Effizienzsteigerungs- und Reinvestitionsplan in der Höhe von 100 Millionen Franken umsetzen. «Wir werden die Kosten von Technik, Immobilien, Verwaltung detailliert überprüfen und wo immer möglich effizienter werden», sagt Marchand. Dieser Plan werde sich auf die Arbeitsplätze auswirken, die man in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern abbauen werde.
  • Die SRG verzichte in Zukunft darauf, Spielfilme durch Werbung zu unterbrechen. Das Angebot im Bereich Spielfilme, Dokumentationen und Serien soll ausgebaut werden.
  • Die SRG verzichte künftig darauf, Text ohne Verbindung zu Audio oder Video auf den Online-Websites von SRF, RTS und RSI zu publizieren. So liesse sich das Online-Angebot klarer vom Print-Angebot abgrenzen.
  • Die SRG strebt eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Medien an. Es sei ihre Aufgabe, den Medienplatz Schweiz zu stärken. Die SRG akzeptiere, dass die Online-Werbung verboten bleibe. Dies werde den Wettbewerb mit den regionalen Zeitungen beschränken. Weiter werde die SRG den Vertrag mit der SDA verlängern.
  • Im Hinblick auf die Vermarktungsfirma Admeira bleibe die SRG offen für neue, konstruktive Lösungen. So sei sie bereit, die Aufnahme neuer Aktionariatspartner zu unterstützen.

Die Umsetzung starte im 2019 und ziehe sich über die nächsten fünf Jahre. Gilles Marchand: «Dieser 4. März geht als Wendepunkt in die Geschichte der SRG ein. Wir freuen uns über das Resultat. Uns ist aber durchaus bewusst, dass es eine Verpflichtung darstellt. Eine Verpflichtung, uns noch intensiver mit unseren Anspruchsgruppen auszutauschen und uns zu verändern. Wir nehmen sie gerne an – wobei unsere Richtschnur die Gesellschaft bleibt, die Bürgerinnen und Bürger und die Schweiz.» (mos)

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