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Neustes Wahlbarometer: Die FDP bricht in der Wählergunst ein – und so steht es um die übrigen Parteien

Gemäss dem aktuellen SRG-Wahlbarometer büsst die FDP beim Wähleranteil 1,2 Prozentpunkte ein. Gemäss den Autoren der Befragung ist die freisinnige Klimapolitik der Grund für den Einbruch. Für Parteipräsidentin Petra Gössi ist diese aber alternativlos.
Tobias Bär
FDP-Chefin zum Ergebnis des Wahlbarometers: «Unsere Wähler stehen hinter dieser Politik.» (Bild: Sandra Ardizzone)

FDP-Chefin zum Ergebnis des Wahlbarometers: «Unsere Wähler stehen hinter dieser Politik.» (Bild: Sandra Ardizzone)

Diese Woche hat die FDP zum Schlussspurt geblasen. Unter anderem hat die Partei ein Video veröffentlicht, auf dem sich Präsidentin Petra Gössi vor einem SP-Plakat eine blaue Kriegsbemalung ins Gesicht schmiert. Die Szene soll das erklärte Wahlziel des Freisinns illustrieren, das da heisst: Die SP überholen.

Mit Blick auf das neuste Wahlbarometer der SRG scheint dieses Ziel für die FDP in weiter Ferne. Mit einem Wähleranteil von 15,2 Prozent liegen die Freisinnigen demnach ganze drei Prozentpunkte hinter den Sozialdemokraten und 1,2 Prozentpunkte unter ihrem Ergebnis von vor vier Jahren.

Die FDP verliert damit beinahe gleich viel wie die serbelnde BDP (-1,3 Prozentpunkte) – und erstmals in einem SRG-Wahlbarometer für die diesjährigen Wahlen mehr als die CVP, die einen Prozentpunkt einbüsst.

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Die Autoren um den Politgeografen Michael Hermann setzen das schlechte Abschneiden der Gössi-Partei in Zusammenhang mit dem Thema der Stunde, dem Klimawandel. Dieses hat noch einmal an Bedeutung gewonnen.

Für inzwischen 42 Prozent der Befragten gehört das Klima zu den drei wichtigsten politischen Herausforderungen der Schweiz.

Die FDP hat sich in diesem Jahr öffentlichkeitswirksam einen grüneren Anstrich gegeben. In der Herbstsession habe sich die Partei bei der Beratung des CO2-Gesetzes im Ständerat nun erstmals für die Konkretisierung ihres neuen Kurses eingesetzt, heisst es im Wahlbarometer.

Die freisinnige Umwelt- und Klimapolitik: Gemäss dem SRG-Wahlbarometer verliert die FDP vor allem wegen ihr Wähleranteile. (Bild: Peter Klaunzer, Keystone (1. Oktober 2019))

Die freisinnige Umwelt- und Klimapolitik: Gemäss dem SRG-Wahlbarometer verliert die FDP vor allem wegen ihr Wähleranteile. (Bild: Peter Klaunzer, Keystone (1. Oktober 2019))

Die FDP habe sich damit in ein Dilemma manövriert: Zwar steht gemäss der Umfrage eine Mehrheit der FDP-Wähler hinter griffigen Klimamassnahmen. Gleichzeitig ist mehr als ein Viertel von ihnen unzufrieden mit der Klimapolitik der Partei – deutlich mehr als bei den anderen Parteien.

Die FDP verliert gemäss der Befragung Wähler an die SVP und an die GLP.

Die erste Gruppe geht, weil die Partei der Klimapolitik in ihren Augen zu viel Beachtung schenkt. Für die zweite Gruppe tut der Freisinn hingegen immer noch zu wenig.

Parteipräsidentin Petra Gössi sagt auf Anfrage:

«Unsere Basis, alle Gremien und die Delegiertenversammlung haben unsere Position klar gutgeheissen und unsere Wähler stehen hinter dieser Politik.»

Die FDP habe sich nicht mit Blick auf die Wahlen der Umwelt und dem Klima zugewendet, sondern aus Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen. Zum Einbruch im Wahlbarometer sagt Gössi: «Umfragen sind Umfragen. Wir lassen uns nicht unterkriegen.» Man nehme die Zahlen als zusätzliche Motivation für die Schlussmobilisierung.

Neben der FDP und der CVP sieht das Wahlbarometer auch die beiden anderen Bundesratsparteien SP (-0,6 Prozentpunkte) und vor allem SVP (-2,1) auf der Verliererseite. Sie werden von einer «grünen Welle» an die Wand gedrückt: Die Grünen legen um 3,6 Prozentpunkte zu, womit sie die CVP wie schon in der letzten Umfrage knapp von Platz vier verdrängen. Die Grünliberalen liegen derzeit 2,7 Prozentpunkt im Plus.

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