Tourismus

Neue Hängebrücke im Tessin soll Touristenmagnet werden

Zwei kleine Tessiner Gemeinden teilen sich ab dem 31. Mai einen Schweizer Rekord: Zwischen Monte Carasso und Sementina spannt sich mit 270 Metern die längste tibetanische Hängebrücke des Landes. Auf ihr sollen bald Touristen und Bergbewohner laufen.

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Tibetanische Hängebrücke oberhalb von Monte Carasso im Tessin.

Tibetanische Hängebrücke oberhalb von Monte Carasso im Tessin.

SDA

Die Brücke "Carasc" sei als wichtiges Verbindungsstück zwischen den Wanderwegen des Bellinzonese und des Locarnese geplant worden, sagte der Präsident der Stiftung Curzutt Carlo Bertinelli am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Monte Carasso. Curzutt ist ein renoviertes Bergdorf oberhalb von Bellinzona, das bereits mit dem Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutz ausgezeichnet worden ist. Die Brücke binde Curzutt besser an seine Umgebung an und erlaube zugleich Kirchen und die umliegenden Weingebiete besser zu erkunden, sagte Bertinelli.

Bereits 1998 gab es erste Pläne für einen Brückenbau in dem Berggebiet - seit dem Frühjahr 2015 ist die Brücke funktionsfähig. Sie wird am 31. Mai feierlich eröffnet. Bruno Oberle, Direktor des Bundesamt für Umwelt (BAFU) und der Tessiner Staatsrat Christian Vitta (FDP) werden erwartet - Patin des Bauwerks ist die Fernsehmoderatorin Christa Rigozzi.

Die Kosten belaufen sich auf 1,66 Mio. Franken, rund ein Viertel davon trägt die Gemeinde Monte Carasso. Die Stiftung Vontobel und die Schweizer Berghilfe steuern ebenfalls jeweils 100'000 beziehungsweise 180'000 Franken bei.

Brücke soll Besucher anlocken

20 bis 40'000 Besucher sollen die Brücke jährlich überqueren, sagte Bertinelli am Mittwoch. Zum Vergleich: die Burgen von Bellinzona - immerhin Unesco-Weltkulturerbe - besuchen jährlich rund 45'000 Menschen.

Besucher aus der Deutschschweiz können mit dem Zug oder dem Auto bis nach Bellinzona reisen und von dort aus zu Fuss bis zur Seilbahnstation in Monte Carasso gehen, von wo der dreieinhalb bis vierstündige Rundwanderweg beginnt. Die Parkplätze direkt in den Talstationen von Sementina und Monte Carasso sind laut Bertinelli nur begrenzt verfügbar. Es sei ausserdem ein Shuttlebusdienst eingerichtet worden, der ab dem 31. Mai Personen von Sementina und Monte Carasso in Richtung Brücke befördert.