Neue Beratungsstelle für Kesb-Betroffene

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Die ersten Jahre verliefen harzig für die Kesb. Seit sie 2013 die Vormundschaftsämter ersetzte, gab es zahlreiche strittige Entscheide, die den Weg in die Medien fanden und heftig kritisiert wurden. Vor zwei Jahren eskalierte eine Situation im Zürcherischen Flaach, als eine Mutter ihre beiden Kinder umbrachte, weil sie diese in ein Heim zurückbringen sollte. Die Kesb hatte den Eltern zwei Monate zuvor die Obhut entzogen. Eine neue Anlaufstelle für Kesb-Betroffene soll nun in schwierigen Fällen bei der Verständigung helfen, wie der Unternehmer Guido Fluri Ende Januar bei der Lancierung sagte. Durch die mediale Dauerkritik sei das latente Misstrauen gegenüber der Behörde gestärkt worden. Da sei es für ihn klar geworden, dass es eine unabhängige Anlaufstelle brauche, so Fluri, der selbst einen Teil seiner Kindheit im Heim verbrachte. Hinter der Anlaufstelle Kindes- und Erwachsenenschutz (Kescha) steht die Guido-Fluri-Stiftung, zusammen mit fünf weiteren in diesem Feld tätigen Organisationen. Laut Fluri geht es darum, Eskalationen zu verhindern. Es hänge alles von der Kommunikation ab, die Betroffenen müssten sich verstanden fühlen. Die Verantwortlichen sehen die Kescha als Verständigungshilfe – nicht nur für die Betroffenen, sondern sie soll auch die öffentliche Wahrnehmung der Kesb verbessern. Dafür zuständig sind zwei Pädagogen, die auch am Telefon oder per E-Mail beraten. Sie bieten psychologische Unterstützung oder vermitteln eine rechtliche Vertretung. Weitere Anlaufstellen sind schweizweit geplant. Wissenschaftlich begleitet wird die Kescha von der Universität Freiburg. Dadurch sollen Erkenntnisse aus der täglichen Arbeit an die Kesb-Stellen zurückfliessen. (lb)