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Kommentar

Negativkampagne: der Würmli-Moment der CVP

Die CVP greift Kandidaten anderer Parteien mit einer Negativkampagne an. Die Verzweiflung muss gross sein.
Kari Kälin

Das Sujet ist unappetitlich: Die SVP vergleicht auf ihrem Wahlplakat die politischen Gegner mit Ungeziefer, die einen gesunden Schweizer Apfel zerfressen. Jetzt hat auch die CVP ihren Würmli-Moment. Sie verzichtet zwar auf Tier-Vergleiche, zielt im Wahljahr aber voll auf die Person: Wer auf Google Namen von Konkurrenten eintippt, kann nachlesen, was deren Parteien in christdemokratischen Augen politisch so alles verbrechen. Der Luzerner Ständerat Damian Müller, heisst es etwa, kandidiere für die FDP. Und diese habe das CO2-Gesetz massiv verwässert. Doch ausgerechnet Müller ist ein parteiinterner Vorreiter für ein griffiges CO2-Gesetz.

Diese Faktenverdrehung ist nicht das einzige Problem. In vielen Kantonen setzt die CVP auf Listenverbindungen mit Parteien, die sie jetzt angreift. Allein mit der FDP kooperiert die CVP in sechs Kantonen. Weshalb sollen FDP-Wähler motiviert sein, CVP-Kandidaten nach Bern zu schicken? Das Foulspiel aus der Zentrale könnte zum Eigentor werden für die CVP, die im Umfragetief steckt.

Die CVP verkauft sich gerne als Partei, die Kompromisse schmiedet und das Land zusammenhält. Die Negativkampagne widerspricht ihren Werten. Ob sie damit die von Präsident Gerhard Pfister als Ziel formulierten Panaschierstimmen gewinnt, ist fraglich. Zwar bringt die Kampagne der Partei die Aufmerksamkeit, die sie oft vermisst. Aber das allein garantiert noch keine Stimmen. Die Verzweiflung muss gross sein.

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