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'NDRANGHETA: Fünf Thurgauer Mafiosi wieder auf freiem Fuss

Fünf am Dienstagmorgen verhaftete mutmassliche Mitglieder der Mafia-Organisation 'Ndrangheta aus dem Kanton Thurgau sind wieder in Freiheit. Auch ein Mafioso aus dem Kanton Zürich wurde auf freien Fuss gesetzt.
Diese Aufnahmen eines geheimen Treffens der sogenannten Frauenfelder Mafiazelle sorgten bereits vor einigen Monaten für grossen Wirbel. (Bild: CARABINIERI DI REGGIO CALABRIA)

Diese Aufnahmen eines geheimen Treffens der sogenannten Frauenfelder Mafiazelle sorgten bereits vor einigen Monaten für grossen Wirbel. (Bild: CARABINIERI DI REGGIO CALABRIA)

Die Fahnder schlugen am frühen Dienstagmorgen zu: In einer koordinierten Aktion wurden in der Schweiz 15 mutmassliche Mitglieder der kalabresischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta festgenommen. Nicht weniger als zwölf von ihnen stammen aus dem Thurgau. Die italienischen Behörden werfen den Verhafteten vor, Mitglieder einer kriminellen Organisation zu sein. Sie sollen an Treffen mitgewirkt, an Riten teilgenommen und sich den hierarchischen Strukturen und den bedingungslosen Gehorsam untergeordnet haben.

Noch neun Personen in Haft
In der Folge widersetzten sich die Verdächtigen der Auslieferung nach Italien. Wie am Freitagnachmittag bekannt wurde, sind mittlerweile sechs der 15 Verhafteten wieder auf freiem Fuss. Nach Informationen von Tagblatt Online handelt es sich dabei um fünf im Thurgau wohnhafte Männer sowie eine Person aus dem Kanton Zürich, die aber zur Frauenfelder Mafiazelle gehört. Die restlichen neun Verdächtigen sind nach wie vor in Haft - was mit ihnen passiert, wird noch abgeklärt.

Kaution bezahlt
Für die Entlassung mussten die Personen "eine ihren wirtschaftlichen Verhältnissen angemessene Kaution leisten", wie Raffael Frei, Sprecher des Bundesamtes für Justiz, der Nachrichtenagentur sda sagte. Ein Festgenommener, der sich ursprünglich mit einer Auslieferung an Italien einverstanden erklärt hatte, habe gleichzeitig seine Einwilligung zurückgezogen. Damit widersetzten sich nun alle Festgenommen der Auslieferung, sagte Frei.

Fluchtrisiko wird als gering eingeschätzt
Das Bundesamt für Justiz sei auch mit den restlichen neun Personen im Gespräch über eine Haftentlassung gegen bestimmte Auflagen wie zum Beispiel eine Kaution, die Abgabe der Schriften oder einer regelmässigen Meldepflicht bei der Polizei. Das Fluchtrisiko und die Verdunkelungsgefahr würden als gering eingeschätzt, da die meisten Personen seit Jahren in der Schweiz lebten und vor der Festnahme von den italienischen Ermittlungen gewusst hätten.

Der Entscheid über die Auslieferung kann beim Bundesstrafgericht angefochten und in besonderen Fällen an das Bundesgericht weitergezogen werden. (sda)

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