Parteinamen

Nationalrätin Ruth Humbel will das «C» von CVP streichen

Eine Partei in der Krise hinterfragt alles, auch ihren Namen. Konkret geht es um das C im Parteikürzel. «Das C wird zu stark mit dem Katholizismus und dem Papst verbunden», kritisiert die Aargauer CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Sie möchte deshalb das C im Parteinamen streichen.

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Der CVP-nahe Historiker Urs Altermatt hat am Dienstag in der az ebenfalls dafür plädiert, auf das Christliche zu verzichten. Gelegenheit zur Namensänderung bietet laut Humbel eine allfällige Fusion mit anderen Mitteparteien nach den Wahlen. Sie denkt beispielsweise an die BDP, zu der keine grossen Unterschiede bestünden.

Reformierte fühlen sich nicht wohl

Für CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz steht der Parteiname nicht zur Diskussion. Meier-Schatz war in einer parteiinternen Arbeitsgruppe, die letztes Jahr die Bedeutung des Christlichen für die Parteimitglieder ergründete. Die CVP berufe sich in ihrer politischen Arbeit auf Werte, die aus dem Christentum entsprungen seien. Zentral sind Eigenverantwortung und Solidarität.

Humbel hingegen sieht darin vielmehr kulturelle Werte, die auch Wähler anderer Parteien teilen. Dies habe die Abstimmung zur Minarett-Initiative gezeigt. Deshalb sei das C kein taugliches Merkmal, um sich von der politischen Konkurrenz zu unterscheiden. Es schade auch der Partei. Humbel: «Immer wieder sagen mir Leute, dass ihnen die Politik der CVP eigentlich passt. Aber sie seien halt reformiert.» Diese Stimmen würden von der BDP abgeholt. (for)