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Nationalrat setzt notwendige Schranke

Zur Sache
Eva Novak

Wer eine private Lebensversicherung abschliessen will, muss weiterhin keinen Gentest vorlegen. Anders als seine vorberatende Kommission hat der Nationalrat den Versicherern ihren Wunsch nicht erfüllt. Diese wollten die Prämien für Personen, die Erbkrankheiten in ihren Genen tragen, erhöhen oder sie gar ganz ausschliessen. Das sei nur gerecht, schliesslich seien solche Einschränkungen heute schon bei Krankheiten wie zum Beispiel der Multiplen Sklerose möglich. Das Szenario der Versicherer klingt erschreckend: Gentests würden zunehmend zur Regel, führen sie ins Feld. Folglich wissen immer mehr Menschen, dass sie riskieren, frühzeitig etwa wegen einer bestimmten Krebsart oder einer anderen vererbbaren Krankheit zu sterben. Deshalb schliessen sie eher als andere eine Lebensversicherung ab, was die Kosten erhöht. Und am Ende steigen die Prämien für alle. Aber Achtung: Ein Gentest zeigt meist nur, dass das Risiko gegeben ist, zu erkranken. Ob und wann dies tatsächlich eintrifft, sagt er nicht. Er ist nur ein Indiz, keine Diagnose. Werden Menschen wegen solcher Anzeichen benachteiligt, so geschieht das möglicherweise zu Unrecht. Noch stärker jedoch wiegt, dass damit Tür und Tor für weitere Begehrlichkeiten geöffnet worden wäre. Wer sollte sonst noch Auskunft über unsere Gene bekommen? Der Arbeitgeber oder am Ende gar der Staat? Müssten wir alle zwingend solche Tests machen? Auch dafür liessen sich gute Argumente finden. Diese hat der Nationalrat gar nicht erst aufkommen lassen. Sondern hat mit seinem Entscheid eine notwendige Schranke gesetzt. Seite 4

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