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NACHFOLGE: Cédric Wermuth steht in den Startlöchern

SP-Ständerätin Pascale Bruderer tritt zurück. Die Aargauer Sozialdemokraten drohen damit ihren Sitz in der kleinen Kammer wieder zu verlieren. Ein möglicher Kandidat für die Nachfolge ist Cédric Wermuth.
Tobias Bär
Cedric Wermuth wurde 2011 in den Nationalrat gewählt. (Bild: PETER KLAUNZER (KEYSTONE))

Cedric Wermuth wurde 2011 in den Nationalrat gewählt. (Bild: PETER KLAUNZER (KEYSTONE))

Manche Politkarrieren beginnen mit Anfang 40 erst so richtig. Jene von Pascale Bruderer endet in diesem Alter. Noch bis Ende 2019 wird die Sozialdemokratin den Kanton Aargau im Ständerat vertreten. Danach ist Schluss, Bruderer will sich neu orientieren. Wohin es geht, weiss sie noch nicht: "Es ist alles offen." Der Abschied aus dem Bundeshaus ist nicht nur für die SP-Politikerin ein Sprung ins Ungewisse, sondern auch für ihre Partei. 2011 konnten die Aargauer Sozialdemokraten mit Bruderer einen der beiden Ständeratssitze erobern, die vorher während Jahrzehnten fest in bürgerlicher Hand waren. Diesen Sitz drohen sie nun wieder zu verlieren.

Cédric Wermuth, Aargauer SP-Nationalrat und noch bis im Sommer Co-Präsident der Kantonalpartei, sagt: "Wir stehen vor einer enormen Herausforderung." Dies zeige sich beim Blick in die Geschichte, so Wermuth. Mit Karl Killer in den Jahren 1943 bis 1948 und eben seit etwas mehr als sechs Jahren mit Bruderer hat die SP Aargau bisher lediglich zwei Ständeräte gestellt. Kandidaten für die Nachfolge von Bruderer gebe es "jede Menge", so Wermuth. Namen will er wie in solchen Situationen üblich keine nennen.

Bruderer steht rechts, Wermuth links in der Partei

Auf die Frage, ob er selber eine Kandidatur in Betracht ziehe, sagt der 31-Jährige: "Abgesehen vom Bundesratsamt kann ich mir alles vorstellen." Wermuth politisiert als ehemaliger Juso-Präsident prononciert links – was an seinen Wahlchancen im bürgerlichen Aargau zweifeln lässt. Als Vorbild kann aber das Beispiel von Paul Rechsteiner dienen: Der Gewerkschaftspräsident wurde im ebenfalls bürgerlich geprägten Kanton St. Gallen zweimal in die kleine Kammer gewählt. Bruderer ist keine Gewerkschafterin, zu ihren politischen Schwerpunkten gehört vielmehr der Einsatz für "Freiräume für das Unternehmertum". In der SP-Fraktion im Bundeshaus steht gemäss NZZ-Ranking kein anderes Parteimitglied weiter rechts. Zusammen mit dem Zürcher Ständerat Daniel Jositsch steht Bruderer an der Spitze jener "gemässigten" SP-Exponenten, die sich in der "reformorientierten Plattform" zusammengeschlossen haben. Zuletzt sprach sich die Plattform für 30 neue Kampfjets und für eine stärkere Polizeipräsenz aus. Trotz der unterschiedlichen politischen Positionierung habe er ein gutes Verhältnis mit Bruderer, sagt Wermuth. "Sie hat sich bei allen inhaltlichen Differenzen nie gegen die Partei gestellt." Und: "Trotz Prominentenstatus hat sie sich nicht von der Basis entfernt."

Dass Bruderer zur Politprominenz des Landes gehört, hängt auch mit ihrer spektakulären Karriere zusammen, die sie auf ihrer Webseite wie folgt zusammenfasst: "Jüngste Einwohnerrätin der Stadt Baden" (mit 20), "jüngste Nationalrätin" (mit 24) und "jüngste Nationalratspräsidentin der Schweizer Geschichte" (mit 32). Dabei erschien sie auch immer wieder in der ­People-Presse. "Wenn sie mit jemandem ein Gespräch beginnt, scheint das Licht aussenrum dunkler zu werden, dann färbt ihr Lachen auf die verklärten Gesichter ihrer Gegenüber ab", schrieb die "Schweizer Illustrierte" im Jahr 2010. Ob sich Bruderer in rund zwei Jahren wirklich definitiv aus Bundesbern verabschiedet, ist offen. In der gestrigen "Aargauer Zeitung" antwortete Bruderer auf die Frage, ob sie eine Bundesratskandidatur ausschliesse: "Nie sagen ist immer gefährlich."

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