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NACHFOLGE: Berner Unternehmer soll die GLP führen

Jürg Grossen dürfte neuer Präsident der Grünliberalen werden. Der Vorstand hat den Berner als einzigen Kandidaten nominiert. Das Nachsehen hat der Zürcher Thomas Weibel.

Nun ist es doch keine Frau aus der Stadt, sondern ein Mann vom Land: Nationalrat Jürg Grossen ist vom GLP-Vorstand als Kandidat für das Parteipräsidium nominiert worden. «Ich freue mich riesig», sagte der Berner Oberländer gestern. Flankiert wurde er bei seinem Aufritt ausgerechnet von jenen zwei Frauen, die zunächst als Kronfavoritinnen für das Amt galten: Tiana Moser und Kathrin Bertschy. Doch Fraktionspräsidentin Moser hatte sich bereits früher aus dem Rennen genommen, und Bertschy gab gestern ebenfalls ihren Verzicht auf eine Kandidatur bekannt. Sie liess durchblicken, dass sich das Parteipräsidium nicht mit ihrem Job hätte vereinbaren lassen.

Konkurrenz hatte der 47-jährige Grossen dennoch – in Gestalt des Zürcher Nationalrats Thomas Weibel. Die Wahl des Vorstands fiel jedoch auf den GLP-Vizepräsidenten Grossen, der im Parlament als überlegter, eher zurückhaltender Politiker gilt. Der Elektroplaner machte sich bisher vor allem als Energiepolitiker einen Namen. Die Partei auf den Kopf stellen möchte er nicht, wie er klarstellte. «Ich will die GLP nicht neu erfinden», sagte er. «Ich will das Feuer für unsere Bewegung noch stärker entfachen.»

Teamplayer statt Ein-Mann-Show

Grossen tritt in grosse Fussstapfen, sofern ihn die Delegierten im August wie erwartet wählen. Er wäre erst der zweite Präsident der GLP: Martin Bäumle, die Galionsfigur der Partei, führt diese seit ihrer Gründung vor zehn Jahren – und prägte sie massgeblich.

Die Partei gibt sich gerne progressiv, setzt sich etwa für die «Ehe für alle» ein. Der eher gemächlich wirkende Grossen ist diesbezüglich nicht das perfekte Aushängeschild. Er soll die GLP aber auch nicht alleine verkörpern: Grossen, Moser und Bertschy betonten wiederholt, sie sähen sich als ein Team. «Wir sind keine Ein-Mann- oder Eine-Frau-Partei», sagte Bertschy.

Ein grosser Abwesender und ein fairer Verlierer

Unter Präsident Bäumle war die Partei zeitweise eine «One-Man-Show» gewesen. Er fehlte gestern an der Medienkonferenz – und überliess den Auftritt dem neuen Dreiergespann. Nicht mit von der Partie war auch der unterlegene Kandidat, Thomas Weibel. Der Zürcher Nationalrat hat gegen Grossen den Kürzeren gezogen. «Ich akzeptiere den Entscheid», sagte er auf Anfrage. Ihm sei es wichtig gewesen, dass es im Vorstand eine Diskussion über Bäumles Nachfolge gegeben habe. Dass sich der Vorstand entschieden hat, nur einen Kandidaten zu nominieren und nicht zwei, unterstützt Weibel. «In Anbetracht der überschaubaren Grösse unserer Partei finde ich das richtig», sagt er. Eine Kampfkandidatur an der Delegiertenversammlung werde es von ihm nicht geben.

Auf Grossen kommt einiges an Arbeit zu. Die GLP will nach den Verlusten bei den letzten Wahlen wieder wachsen. Der Geschäftsführer und dreifache Vater sagte gestern: «Eigentlich hätte ich genug zu tun.» Aber er wolle seine Aufmerksamkeit auf die GLP richten. Wird er gewählt, will er sein Pensum reduzieren und einen Französischkurs besuchen – um als Parteipräsident auch in der Westschweiz Interviews geben zu können.

Maja Briner

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