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Nach dem Uniabschluss: Die mässig erfolgreichen Akademiker kehren eher zurück in ihre Heimat

Die Berg- und Randkantone verlieren viele talentierte Köpfe. Und die Rückkehrer sind oft nicht die Topstudenten. Das zeigt eine neue Studie.
Kari Kälin
Das Hauptgebäude der Universität Zürich. Bild: Keystone/Walter Bieri.

Das Hauptgebäude der Universität Zürich. Bild: Keystone/Walter Bieri.

Die städtischen Kantone ziehen Hochqualifizierte an, während die Rand- und Bergkantone die Mehrzahl ihrer Universitätsabgänger verlieren. Dies zeigen aktuelle Zahlen der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) zum Wohnort von Universitätsabgängern fünf Jahre nach Studienabschluss (wir berichteten). Besonders ausgeprägt manifestiert sich das Phänomen im Kanton Uri mit einem Wanderungssaldo von minus 94 Prozent. Auch Thurgau (minus 87 Prozent) oder Nidwalden (minus 81 Prozent) leiden unter hoher Akademikermigration. Positive Saldi weisen die Kantone Basel, Zürich, Waadt, Bern und Genf auf.

Der Verlust an gut ausbildeten Personen ist für die betroffenen Kantone in mehrfacher Hinsicht ein Problem. Sie verlieren potenziell gute Steuerzahler und Innovationspotenzial. Das schlägt sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung nieder. Zudem profitieren andere von einer Bildungsinvestition. Die Herkunftskantone entrichteten für ihre Studenten an die Universitätskantone im Studienjahr 2017/2018 knapp 600 Millionen Franken.

Chantal Oggenfuss und Stefan Wolter von der Schweizerischen Koordination für Bildungsforschung haben zum Thema Brain drain eine Studie verfasst, die in den nächsten Wochen in der Zeitschrift Jahrbuch der Regionalwissenschaften erscheinen wird. Die Medizinstudenten sind von der Untersuchung ausgeschlossen. Das ist ein möglicher Grund, weshalb die Wanderungssaldi etwas geringer ausfallen als bei der EDK.

Tiefe Steuern locken Uniabgänger an

Oggenfuss und Wolter zeigen auf, dass die Nicht-Universitätskantone gleich doppelt verlieren. Einerseits verlassen die meisten Akademiker ihren Kanton. Andererseits kehren tendenziell eher die Absolventen zurück, die in ihrem Fach an ihrer Uni im untersten Drittel abgeschlossen haben. Wolter und Oggenfuss liefern eine Erklärung für den Befund: «Bessere Studienabschlüsse ermöglichen Studenten mehr Mobilität, weil sie sich ihnen vielerorts bessere Jobmöglichkeiten bieten.»
Studenten lassen sich zudem eher in ihrem ursprünglichen Wohnkanton nieder, wenn sie während der Zeit an der Universität keine Auslandsemester absolviert haben. Auch ein mildes Steuerklima ist ein Faktor, der die Heimkehr fördert.

Die EDK hat derweil Ende Juni eine neue Vereinbarung beschlossen. Sie regelt, wie viel Geld Universitätskantone für ausserkantonale Studenten erhalten. Sobald 18 Kantone den Beitrittsprozess abgeschlossen haben, kann die Vereinbarung in Kraft treten. Unter dem Strich übernehmen die Herkunftskantone rund drei Viertel der Ausbildungskosten für ihre Uniabsolventen. Bei der neuen Berechnung in die Waagschale geworfen werden unter anderem die Standortvorteile für die Universitätskantone. Vier Westschweizer Universitätskantone lehnten die neuen Regeln ab. Die beiden Basel enthielten sich der Stimme. Sie erachten die Abgeltung für die ausserkantonalen Studenten für zu tief.

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