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Nach dem 0:0 in Thun: Dem FCSG fehlen die Ideen, um den Riegel zu knacken

St.Gallen dominiert in Thun, muss sich aber mit einem 0:0 zufriedengeben. Erstmals punkten die Ostschweizer in dieser Saison dreimal hintereinander, zum dritten Mal in Folge bleiben sie ohne Gegentor.
Patricia Loher
St. Gallens Captain und Verteidiger Silvan Hefti (weiss) behauptet sich gegen drei Thuner. (Bild: Peter Schneider/KEY)

St. Gallens Captain und Verteidiger Silvan Hefti (weiss) behauptet sich gegen drei Thuner. (Bild: Peter Schneider/KEY)

Plötzlich nahm die Partie doch noch Fahrt auf. In den letzten zehn Minuten passierte mehr als in den 80 Minuten davor. Die Punkteteilung stand auf einmal auf der Kippe, weil Thun überraschenderweise doch noch auftaute. Zuerst parierte St.Gallens Goalie Dejan Stojanovic gegen den freistehenden Chris Kablan stark, ehe der eingewechselte St.Galler Simone Rapp zwei gute Möglichkeiten zur Siegessicherung vergab.

In Anbetracht dieser letzten Minuten war es ein gerechtes 0:0, obwohl der FC St.Gallen deutlich mehr getan hatte für das Spiel. Die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler behielt den Gegner, der zuvor in sieben Meisterschaftspartien sieglos geblieben war, fast immer unter Kontrolle. Mit Ausnahme der Startphase, als die Thuner aggressiv einstiegen, um den Gästen sofort den Schneid abzukaufen, stellte St. Gallen das bessere Team.

Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Ersetzt in der 71. Minute Bakayoko und bringt einigen Schwung.Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Ersetzt in der 71. Minute Bakayoko und bringt einigen Schwung.
Leonidas Stergiou: Note 5. Nach einer Schaffenspause nach Einsätzen mit dem Nachwuchs-Nationalteam leistet sich der 17-Jährige keine Fehler.Leonidas Stergiou: Note 5. Nach einer Schaffenspause nach Einsätzen mit dem Nachwuchs-Nationalteam leistet sich der 17-Jährige keine Fehler.
Simone Rapp: Note 4. Der frühere Thuner kommt für Tafer. Vergibt in der Schlussphase zwei gute Chancen.Simone Rapp: Note 4. Der frühere Thuner kommt für Tafer. Vergibt in der Schlussphase zwei gute Chancen.
Yannis Tafer: Note 3,5. Es ist ein schwieriges Spiel für den 28-Jährigen, da er kaum einmal Erfolg versprechend eingesetzt wird.Yannis Tafer: Note 3,5. Es ist ein schwieriges Spiel für den 28-Jährigen, da er kaum einmal Erfolg versprechend eingesetzt wird.
Vincent Sierro: Note 4. Der Walliser ist wieder auffälliger als zuletzt, aber trotzdem gelingt ihm noch nicht alles wunschgemäss.Vincent Sierro: Note 4. Der Walliser ist wieder auffälliger als zuletzt, aber trotzdem gelingt ihm noch nicht alles wunschgemäss.
Dejan Stojanovic: Note 5. 80 Minuten lang ist er ohne Beschäftigung, ehe er in der 84. Minute einen Abschluss von Chris Kablan bravourös klärt.Dejan Stojanovic: Note 5. 80 Minuten lang ist er ohne Beschäftigung, ehe er in der 84. Minute einen Abschluss von Chris Kablan bravourös klärt.
Musah Nuhu: Note 5. Der 22-Jährige, erstmals in der Innenverteidigung, liefert eine abgeklärte Leistung ab. Der Ghanaer spielt wie ein Routinier.Musah Nuhu: Note 5. Der 22-Jährige, erstmals in der Innenverteidigung, liefert eine abgeklärte Leistung ab. Der Ghanaer spielt wie ein Routinier.
Silvan Hefti: Note 4,5. Als rechter Verteidiger blüht der Goldacher wieder auf. Er wagt sich oft nach vorne, sein Tor in der 36. Minute wird aberkannt.Silvan Hefti: Note 4,5. Als rechter Verteidiger blüht der Goldacher wieder auf. Er wagt sich oft nach vorne, sein Tor in der 36. Minute wird aberkannt.
Dereck Kutesa: Note 4. Er steht oft im Zentrum von St. Gallens Angriffsbemühungen. Aber der Zug zum Tor fehlt.Dereck Kutesa: Note 4. Er steht oft im Zentrum von St. Gallens Angriffsbemühungen. Aber der Zug zum Tor fehlt.
Nicolas Lüchinger: Note 4. Nach einem Konter hatte er in der zweiten Halbzeit die Möglichkeit zum 1:0. Insgesamt solid.Nicolas Lüchinger: Note 4. Nach einem Konter hatte er in der zweiten Halbzeit die Möglichkeit zum 1:0. Insgesamt solid.
Axel Bakayoko: Note 3,5. Trotz seiner Schnelligkeit gelingt es ihm nur selten, Lücken in Thuns Abwehr zu reissen.Axel Bakayoko: Note 3,5. Trotz seiner Schnelligkeit gelingt es ihm nur selten, Lücken in Thuns Abwehr zu reissen.
Majeed Ashimeru: Note 4. Man wünscht sich vom wirbligen und spielstarken Ghanaer auch einmal einen gefährlichen Pass in die Tiefe.Majeed Ashimeru: Note 4. Man wünscht sich vom wirbligen und spielstarken Ghanaer auch einmal einen gefährlichen Pass in die Tiefe.
Jordi Quintillà: Note 4. Der Spanier liefert eine unauffällige Partie. Versucht, Ideen einzubringen, was ihm schon besser gelang.Jordi Quintillà: Note 4. Der Spanier liefert eine unauffällige Partie. Versucht, Ideen einzubringen, was ihm schon besser gelang.
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Nuhu und Stergiou Top, Tafer und Bakayoko ungenügend: Die Noten der FCSG-Spieler gegen den FC Thun

Nur war es das grosse Manko der Ostschweizer, dass sie von ihrer Überlegenheit nicht profitierten, dass es ihnen nicht gelang, auch im Sechzehnmeterraum Präsenz zu markieren. St.Gallen spielte in weiten Teilen des Feldes einen ansehnlichen Fussball, aber es war kaum ein direkter Zug auf das Tor auszumachen.

Die Gäste verloren sich oft im Klein-Klein-Spiel, um den Ball im entscheidenden Moment dem Gegner in die Füsse zu spielen. Lange war keiner in der Lage, mit dem einen oder anderen brillanten Einfall den Thuner Abwehrriegel zu knacken. So hielten sich in der Statistik Ballbesitz und Torchancen überhaupt nicht die Waage, in der ersten Halbzeit erspielten sich die St. Galler nur gerade zwei gute Möglichkeiten. «Die letzten Pässe sind nicht gekommen», sagte Zeidler.

So setzte sein Team zwar permanent ein bisschen Druck auf den Gegner auf, aber am Ende war es doch zu wenig, um das Thuner Bollwerk auseinanderbrechen zu lassen. Mit mehr Ideen, mit einem gradlinigeren Spiel, wären die Berner Oberländer wohl zu knacken gewesen. «Mit der Null sind wir zufrieden. Vorne aber haben wir Optimierungspotenzial», sagte Captain Silvan Hefti.

Die Thuner konnten nicht verbergen, dass die vergangenen Spiele und insbesondere die 1:5-Niederlage bei den Young Boys ihre Spuren hinterlassen hatten. Die Berner Oberländer agierten unsicherer und fehlerhafter als noch bei ihrem letzten Sieg in der Super League, dem 3:1 in St.Gallen. «Wir kamen aus einer Derby-Niederlage, die weh getan hat», sagte Thuns Trainer Marc Schneider. «Wir mussten uns darauf fokussieren, gut zu stehen und wenig zuzulassen.» Trotz der fehlenden Siege belegt sein Team nach wie vor den dritten Rang.

Starke Leistungen von Nuhu und Stergiou

St.Gallen, das sich in dieser Rückrunde ebenfalls schon mit einer Minikrise beschäftigen musste, scheint sich ein bisschen stabilisiert zu haben. Zum ersten Mal in dieser Saison gelang es den Ostschweizern, dreimal in Folge zu punkten. In Anbetracht der Geschichte der St. Galler in dieser Saison ist es aber noch bemerkenswerter, dass sie dreimal hintereinander kein Gegentor kassierten.

Dabei war Zeidler in Thun gezwungen, im Vergleich mit den beiden vergangenen Partien in der Abwehr erneut umzustellen, da Leonel Mosevich und Milan Vilotic gesperrt ausfielen. Aber der 17-jährige Leonidas Stergiou und der 22-jährige Musah Nuhu lieferten vielversprechende, abgeklärte Leistungen ab, was vor allem aufgrund der Jugendlichkeit der beiden doch erstaunt.

Für das Heimspiel gegen Luzern am kommenden Samstag, das aufgrund des 140. Geburtstags der St. Galler etwas Besonderes sein wird, wird Zeidler mit der Besetzung der Abwehr also vor eine schwierige Entscheidung gestellt.

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