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Interview

«Nach aussen spricht die FDP nicht über den Kopp-Rücktritt - doch er ist noch immer präsent»

Die neue Bundesrätin Karin Keller-Sutter über den Moment der Wahl, ihr neues Leben, eine neue Dynamik im Bundesrat und die Wunden des Kopp-Rücktritts für die FDP.
Stefan Schmid und Doris Kleck
«Mit zwei neuen Personen im Bundesrat ändern sich die Dynamik und die Zusammenarbeit automatisch.» (Bild: Keystone)

«Mit zwei neuen Personen im Bundesrat ändern sich die Dynamik und die Zusammenarbeit automatisch.» (Bild: Keystone)

Sie waren von Beginn weg klare Favoritin. Wie gross war die Erleichterung nach der Wahl?

Karin Keller-Sutter: Ich war schon erleichtert. Wenn man plötzlich den eigenen Namen hört, wird man sich bewusst: Es ist real, auch wenn ich die Wahl noch nicht realisiere. Plötzlich findet man sich in einem anderen Umfeld wieder: Der Wahlgang, das Ergebnis, man legt den Eid ab, dann das Treffen mit dem Bundesrat. Ich hatte noch gar keine Zeit, das alles zu verarbeiten. Das kommt wohl erst in den nächsten Tagen.

Geht es bis zur Amtsübergabe am 1. Januar 2019 in diesem Takt weiter?

Ja. Bereits am Donnerstag um 8 Uhr beginnt das ganztägige Briefing mit der Bundeskanzlei Am Donnerstag beziehe ich ein Büro, bekomme ein neues Telefon, eine neue Mailadresse. Ich erhalte ein neues Leben. Am Freitag ist dann die Bundesratssitzung mit anschliessender Departementsverteilung. Ich bin eigentlich müde vom Wahlkampf, muss jetzt aber noch bis Ende Session durchhalten und hoffe danach Zeit zum Durchatmen zu haben.

Unter dem Weihnachtsbaum werden Sie keine Akten lesen?

Nein, ich denke nicht (lacht). Ich habe gelernt, dass man sich auch selbst führen muss. In einem solchen Amt bedeutet das, sich abgrenzen, wenn man nicht in einer Erschöpfung enden will.

Dem Bundesrat wird vorgeworfen, zuletzt nicht sehr führungsstark gewesen zu sein. Wie wollen Sie hier eine neue Dynamik entfachen?

Mit zwei neuen Personen im Bundesrat ändern sich die Dynamik und die Zusammenarbeit automatisch. Ich werde versuchen, Debatten zu befördern. Wichtige Vorlagen muss man auch infrage stellen dürfen. Das erwarte ich auch bei meinen eigenen Dossiers. Die Sicht von jemandem aus der SP oder SVP muss einfliessen können, die Diskussion muss geführt werden. Das setzt den Willen voraus, sich mit den Dossiers der Kollegen auseinanderzusetzen.

Viola Amherd, links, und Karin Keller-Sutter, freuen sich über ihre Wahlen in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Applaus für Karin Keller-Sutter nach der Annahme der Wahl. (Bild: Keystone)
Die beiden neu gewählten Bundesraetinnen Karin Keller Sutter und Viola Amherd verlassen den Saal nach der Vereidigung. (Bild: Keystone)
Die beiden neu gewählten Bundesrätinnen Karin Keller Sutter und Viola Amherd, von rechts, werden beglückwünscht nach der Vereidigung. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, und Viola Amherd, werden zwischen den Ratsweibeln Ivan Della Valentina, links, und Peter Truffer, vereidigt nach ihrer Wahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, Mitte, rechts, und Viola Amherd, werden vereidigt nach ihrer Wahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller Sutter im Moment ihrer Wahl zur Bundesrätin im ersten Wahlgang während der Bundesratswahlen. (Bild: Keystone)
Die neugewaehlten Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter, Mitte links, und Viola Amherd, Mitte rechts, treffen die Mitglieder des Gesamtbundesrats, von links, Bundespräsident Alain Berset, Ueli Maurer, Doris Leuthard, Simonetta Sommaruga, Johann Schneider-Ammann, Guy Parmelin, Ignazio Cassis und Bundeskanzler Walter Thurnherr. (Bild: Keystone)
Anhaenger der FDP jubeln über die Wahl von Karin Keller-Sutter. (Bild: Keystone)
Anhänger der FDP jubeln über die Wahl von Karin Keller-Sutter, FDP-SG, in den Bundesrat in Bern. (Bild: Keystone)
Anhänger der FDP jubeln über die Wahl von Karin Keller-Sutter, FDP-SG, in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter freut sich über ihre Wahl. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, und Viola Amherd, werden zwischen den Ratsweibeln Ivan Della Valentina, links, und Peter Truffer, vereidigt nach ihrer Wahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Anhänger aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Anhänger der Urner Regierungsrätin und Bundesratskandidatin Heidi Zgraggen verfolgen die Bundesratswahlen im Restaurant "Vierte Wand" in Bern. (Bild: Keystone)
Die neugewählten Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter, 2. von rechts, und Viola Amherd, 3. von rechts, posieren mit dem Gesamtbundesrat, von links, Bundespräsident Alain Berset, Ueli Maurer, Simonetta Sommaruga, Guy Parmelin, Ignazio Cassis und Bundeskanzler Walter Thurnherr, nach der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates (Bild: Keystone)
Der unterlegende Bundesratskandidat Hans Wicki, rechts, gratuliert Karin Keller-Sutter, zu ihrer Wahl. (Bild: Keystone)
Bundesratskandidat Hans Wicki, FDP-NW, 2. von rechts, zwischen Josef Dittli, FDP-UR, rechts, und Erich Ettlin, CVP-OW, während der Ersatzwahl in den Bundesrat . (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter erklärt Annahme der Wahl. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, rechts, freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates und wird von Edith Graf-Litscher, SP-TG, umarmt. (Bild: Keystone)
Karin Keller-Sutter, Mitte, freut sich über ihre Wahl zum 119. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter, links, gibt ihre Stimme ab neben Paul Rechsteiner, SP-SG. (Bild: Keystone)
Der unterlegene Bundesratskandidat Hans Wicki erklärt sich den Medien. (Bild: Keystone)
Die unterlegene Bundesratskandidatin Heidi Zgraggen erklärt sich den Medien nach der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Anhänger aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Anhänger aus dem Wallis freuen sich über die Wahl von Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Küsschen für die neue Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Viola Amherd erklärt Annahme der Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Viola Amherd freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Viola Amherd freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates und erklaert Annahme der Wahl. (Bild: Keystone)
Viola Amherd, rechts, freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates mit der weiteren Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter. (Bild: Keystone)
Die neue Bundesrätin Viola Amherd strahlt nach Bekanntgabe ihrer Wahl. (Bild: Keystone)
Viola Amherd, Mitte, freut sich über ihre Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
Viola Amherd im Moment ihrer Wahl zur Bundesrätin im ersten Wahlgang. (Bild: Keystone)
Andrea Gmür, CVP-LU, rechts, macht ein Bild mit ihrem Smartphone von Beat Rieder, CVP-VS, der neuen Bundesrätin Viola Amherd, CVP-VS, und von Konrad Graber, CVP-LU, von links. (Bild: Keystone)
Die neue Bundesrätin Viola Amherd. (Bild: Keystone)
Der Bundesratskandidat Hans Wicki, FDP-NW, wirft seinen Stimmzettel in die Urne von Ratsweibel Charles Riesen. (Bild: Keystone)
Matthias Aebischer, SP-BE, rechts, diskutiert mit Bundesratskandidat Hans Wicki, FDP-NW. (Bild: Keystone)
Ida Ganzmann fotografiert ihre Parteikollegin und Bundesratskandidatin Viola Amherd während der Bundesratswahlen. (Bild: Keystone)
Bundesrat Johann Schneider Ammann und Bundesrätin Doris Leuthard verlassen die Vereinigte Bundesversammlung nach der Verabschiedung. (Bild: Keystone)
Die Ratsweibel Nathalie Radelfinger und Ivan Della Valentina machen sich mit den Wahlurnen bereit zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die elektronische Anzeigetafel im Saal zeigt die Tagesordnung mit der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Filippo Lombardi posiert mit der abtretenden Bundesrätin Doris Leuthard, rechts der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Amman. (Bild: Keystone)
Kuhglocken stehen in einem Restaurant in dem Anhänger der Urner Regierungsrätin und Bundesratskandidatin Heidi Zgraggen die Bundesratswahlen verfolgen. (Bild: Keystone)
Emotionen zum Abschied: Als sie bei der Rede ihrem Mann dankt, verdrückt Bundesrätin Doris Leuthard ein Tränchen. (Bild: Keystone)
Der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Mitte, empfängt den Applaus der Vereinigten Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die abtretenden Bundesräte Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann umarmen sich bei der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die Vereinigte Bundesversammlung verabschiedet die abtretenden Bundesräte. (Bild: Keystone)
Der diesjährige Bundespräsident Alain Berset, links, und sein Nachfolger Ueli Maurer vor der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Der abtretende Bundesrat Johann Schneider-Ammann hält seine Abschiedsrede. (Bild: Keystone)
Bundesrätin Doris Leuthard wird von der Vereinigten Bundesversammlung während der Bundesratswahlen verabschiedet. (Bild: Keystone)
Blumen für die abtretenden Bundesräte Doris Leuthard, links, und Johann Schneider-Ammann bei der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatinnen Viola Amherd, CVP-VS, rechts, und Karin Keller-Sutter, FDP-SG, links, zusammen mit Ständerat Hannes Germann, SVP-SH, Mitte, vor Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die abtretende Bundesrätin Doris Leuthard, Mitte, erhält nach ihrer Abschiedsrede viel Applaus. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter, FDP-SG, Mitte, im Gespräch mit Eric Nussbaumer, SP-BL, links, und Christine Bulliard-Marbach, CVP-FR, kurz vor der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatinnen Viola Amherd, CVP-VS, links und Karin Keller-Sutter, FDP-SG, strahlen vor Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die abtretende Bundesrätin Doris Leuthard lacht zu Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter sitzt auf dem Ständeratssstuhl neben Isidor Baumann, CVP-UR, rechts der zweite Kandidat der FDP, Hans Wicki, FDP-NW, kurz vor Beginn der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatinnen Viola Amherd, CVP-VS, links und Karin Keller-Sutter, FDP-SG, strahlen vor Beginn der Sitzung zur Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Der wilde Kandidat für den Bundesrat aus der Romandie, Ivo Stevanato, posiert in der Eingangshalle des Bundeshauses vor der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Die Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter, FDP-SG, schreitet zum Bundeshaus. (Bild: Keystone)
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Sie werden also aktiv Mitberichte verfassen zu Geschäften der Kollegen. Wie viel Zeit werden Sie in die Dossiers der Kollegen investieren?

Fragen Sie mich in einem Jahr. Ich weiss noch nicht einmal wie viel Zeit ich in die eigenen Dossiers investieren werden muss.

Die Ostschweiz freut sich auf ihre Bundesrätin, was bringt Ihre Wahl der Region?

Wichtig ist mir, dass ich in der Ostschweiz sichtbar bin, dass die Bevölkerung mich sieht. Das war bei Kurt Furgler so und auch bei Hans-Rudolf Merz. Die Ostschweizer Regierungen und Parlamentarier bekommen mit mir einen direkten Zugang zum Bundesrat. Es wäre mir wichtig, Treffen mit Ostschweizer Parlamentariern zu institutionalisieren. Vieles spielt sich auf dieser Ebene ab: Man sieht sich, informiert sich gegenseitig und tauscht sich aus.

Sie haben in ihrer Antrittsrede von einem „dornenreichen“ Kapitel in der Geschichte der FDP Frauen gesprochen und damit den erzwungenen Rücktritt der ersten FDP-Bundesrätin Elisabeth Kopp angesprochen. Warum haben Sie das Thema aufgegriffen?

Weil es noch immer ein Thema ist in der Partei, auch wenn man gegen Aussen nicht darüber spricht. Die Geschichte von Frau Kopp ist präsent ‑ nicht nur bei Frauen, auch bei Männern. Tatsache ist, dass es FDP-Frauen trotz Kandidaturen nicht gelungen ist, in den Bundesrat gewählt zu werden. Mir ging es vor acht Jahren selbst so. Dass es jetzt auch einer Partei wie der FDP mit zwei Sitzen gelingt, eine Frau im Bundesrat zu haben, beruhigt die Situation.

Gehört jetzt immer ein FDP-Sitz einer Frau?

Es könnten ja auch mal zwei FDP-Frauen sein (lacht). Es ist zu früh, um dies zu sagen. Bundesratswahlen sind immer auch eine Frage der Konstellation. Jede Wahl hat ihre Geschichte. Bei der Wahl von Schneider-Ammann 2010 wollte das Parlament unbedingt einen Unternehmer, bei der Wahl von Ignazio Cassis stand die Einbindung des Tessins im Vordergrund. Welche Erzählung eine Wahl prägt, kann man im Voraus schlecht vorhersehen.

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