Muss Nationalrätin Riklin bald umziehen?

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Zürcher Wohnungsmarkt Sucht Nationalrätin Kathy Riklin (CVP/ZH) in der Stadt Zürich eine neue Wohnung? Riklin will sich auf Anfrage dazu nicht äussern.

In Zürich wird seit Jahren über die Vermietung städtischer Wohnungen gestritten. Dass auch Wohlhabende dort günstig zur Miete leben, wird als korrekturbedürftig empfunden. Als Beispiel musste stets auch Nationalrätin Riklin herhalten. Sie wohnt in einer Dreizimmerwohnung der Stadt, und dies recht günstig.

Im Streit zeichnet sich jetzt eine Lösung ab. Die zuständige Kommission des Stadtparlaments plädiert dafür, dass der Mietzins und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bewohner dieser Liegenschaften in angemessenem Verhältnis stehen müssen. Mieter sollen zu Beginn des Mietverhältnisses maximal das Vierfache des Zinses verdienen. Mit zunehmender Wohndauer darf das Einkommen dann auf das Sechsfache steigen. Die Stadt wird nicht nur auf die Einkünfte abstellen, sondern auch das Vermögen der Mietenden ansehen.

Zürich will, dass der Anteil der Mieterhaushalte in seinen Wohnungen, die jährlich über mehr als 70000 Franken ver­dienen, höchstens 15 Prozent beträgt. Wird dies überschritten, kann die Stadt von Mietern einen Wohnungswechsel verlangen.

Kathy Riklin ist laut Medienrecherchen Mitbesitzerin eines Mehrfamilienhauses am Zürichberg und besitzt eine Ferienwohnung am Luganersee. Sie bezifferte ihr Einkommen vor drei Jahren auf 130000 Franken, den Mietzins auf 2300 Franken pro Monat. Berücksichtigt man die lange Mietdauer und nimmt das Sechsfache des Mietzinses für das noch statthafte Einkommen, läge Riklin wohl in der Toleranz. Weil da aber noch Vermögen ist, präsentiert sich die Situation sicher komplizierter. (cla.)