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Montenegros Premier geht – wieder einmal

Milo Djukanovic tritt ab – zum dritten Mal innerhalb von zehn Jahren. Zieht es der 54-Jährige dieses Mal wirklich durch?
Rudolf Gruber/Wien

Werden ihn die Montenegriner diesmal wirklich los? Zum dritten Mal in zehn Jahren hat Premier Milo Djukanovic diese Woche seinen endgültigen Rückzug aus der Politik angekündigt. Zweimal ist er wieder zurückgekehrt. «Weil man mich braucht», wie er sich einmal über die politischen Schwächen seiner Parteikollegen äusserte.

Ohne ihren «Milo» können sich seine Anhänger die Zukunft Montenegros nur schwer vorstellen. Seit 25 Jahren ist Djukanovic an der Macht, obwohl er erst 54 Jahre alt ist. Kein anderer hat nach dem Zerfall Jugoslawiens die ehedem kleinste Teilrepublik politisch so geprägt. Der Richtersohn wurde bereits als 27-Jähriger Premierminister, weil dies seinem damaligen Gönner, Serbiens starkem Mann Slobodan Milosevic, so gefiel. Zwischendurch war er von 1998 bis 2002 Präsident.

Schwer vorstellbar ist auch, dass Djukanovic endgültig abtritt, ehe er sein Ziel erreicht hat: die Mitgliedschaft Montenegros in der EU und der Nato. So will er Parteichef seiner Demokratischen Sozialisten (DPS) bleiben, um weiterhin im Hintergrund die Strippen ziehen zu können. Seinen Nachfolgern hinterlässt er ein schweres Erbe: Die Montenegriner sind im Richtungsstreit zwischen Europa und Russland tief gespalten; wenn die Einheit in Gefahr ist, ist Milo als Retter der Nation sicher wieder zur Stelle.

Sein designierter Nachfolger Dusko Markovic ist jedenfalls nicht der Mann eines Neubeginns, er ist vier Jahre älter als Milo Djukanovic, mit dem ihn eine jahrzehntelange Freundschaft verbindet. Die Wahl Markovics dürfte denn auch kein Zufall sein: Als ehemaliger Chef des montenegrinischen Geheimdienstes weiss er über das mafiose Staatssystem, das sein Gönner aufgebaut hat, bestens Bescheid, um seinen Freund Milo auch weiterhin vor unliebsamen Enthüllungen zu schützen. Montenegro gilt neben Kosovo als eine der Mafia-Hochburgen auf dem Balkan, der Zwergstaat an der Südadria weist nicht von ungefähr eine überdurchschnittlich hohe Millionärsdichte auf, und «Pate» Milo Djukanovic zählt nicht zufällig zu den reichsten Männern auf dem Balkan.

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