Mit Zweitwohnungen die Berggebiete retten

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Strukturwandel Kriselnder Tourismus und rückläufiger Wohnungsbau: Zwei Pfeiler der Wirtschaft in Berggebieten stehen unter Druck. Die Denkfabrik Avenir Suisse macht in einer gestern vorgestellten Studie Vorschläge zum Strukturwandel und zeigt auf, wie Wertschöpfungsquellen gestärkt und neue aktiviert werden können.

Laut der Studie löste das Ja zur Zweitwohnungs-Initiative zunächst einen Bauboom aus. Danach folgte der Einbruch. Avenir Suisse spricht von einem Rückgang von bis zu 90 Prozent in gewissen Regionen. Auf diesen «kalten Entzug» müssten die Gemeinden reagieren. Die Studie schlägt vor, die 300000 bis 400000 Besitzer von Zweitwohnungen zu «Katalysatoren für den Strukturwandel» zu machen. Sie seien häufig einkommensstarke, gut ausgebildete und mobile Menschen. Sie könnten am zweiten Wohnsitz Wissen und Kapital der Gemeinde oder einem Unternehmen zur Verfügung stellen, wie dies mancherorts schon getan wird. Die Studie stellt auch steuerliche Anreize zur Diskussion, die Zweitwohnungsbesitzer bewegen könnten, den Wohnsitz in die Berge zu verlegen. Avenir Suisse übt aber auch Kritik am Bund. In dessen Subventionspolitik sieht die Studie «vertane Chancen». Sie enthält eine Liste von infrastrukturellen Prestigeprojekten, bei denen das Verhältnis von Kosten und Nutzen fragwürdig sei. (sda)