Mit rosa Wolle gegen den Sexismus

Weltfrauentag

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Der Zürcher SP-Nationalrat Tim Guldimann versucht sich unter Anleitung seiner St. Galler Parteikollegin Claudia Friedl (links) als Pussyhat-Produzent. (Bild: Anthony Anex/Keystone)

Der Zürcher SP-Nationalrat Tim Guldimann versucht sich unter Anleitung seiner St. Galler Parteikollegin Claudia Friedl (links) als Pussyhat-Produzent. (Bild: Anthony Anex/Keystone)

Strick-in in der Wandelhalle: Mit Stricknadeln und rosa Wolle wurde der gestrige Weltfrauentag im Bundeshaus zelebriert. Nationalrätinnen und Nationalräte aus allen Parteien setzten «ein Zeichen gegen Sexismus und für Toleranz», indem sie pinkfarbene «Pussyhats» herstellten – jene rosaroten Mützen, mit denen sich amerikanische Frauen über Donald Trump lustig zu machen versuchen.

«Reinstecken, umschlagen, durchziehen, runterlassen»: Meist waren es die Frauen, die den Männern die Richtung wiesen. Letztere schlugen sich tapfer mit den Stricknadeln herum und konnten auch mehr oder weniger grosse Erfolge verbuchen. Während der Schwyzer Christdemokrat Alois Gmür bei seiner Strickpremiere immerhin ein paar Maschen schaffte, waren es beim Walliser Freisinnigen Philippe Nantermod gar zwei ganze Reihen. Den Zürcher Sozialdemokraten Tim Guldimann brachte beides nicht aus der Ruhe.

Sind Frauenrechte pink? Auch andere Klischees gerieten ins Wanken. Zum Beispiel, dass alle Frauen stricken. So blieb die Thurgauer SP-Frau Edith Graf-Litscher dem Happening fern. Ihr hatte die Handarbeitslehrerin einst beschieden, bei einer derart jämmerlichen Stricktechnik könne aus ihr nie etwas werden. Eines der flinksten Händepaare hingegen gehörte einem Mann: Der Berner SVP-Nationalrat Werner Salzmann hatte es in der Landwirtschaftsschule gelernt. (eno)