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Kommentar

Misstrauensvotum von ganz oben: Es wird ungemütlich für die SBB-Chefs

Nach dem tödlichen Unfall von Baden zweifelt man im Verkehrsministerium von Simonetta Sommaruga daran, ob die SBB das richtige Personal und die richtige Struktur haben. Was heisst das für die Bahnführung? Ein Kommentar.
Patrik Müller
Patrik Müller

Patrik Müller

Im Museum für Gestaltung läuft zurzeit eine sehenswerte Ausstellung. Sie würdigt die SBB für ihr Design: Mit Piktogrammen, Waggon-Interieurs, Werbekampagnen und nicht zuletzt der berühmten Bahnhofsuhr setzte die Firma im 20. Jahrhundert visuelle Massstäbe. Die SBB – ein Kulturgut!

Von Stolz und Identifikation ist im Jahr 2019 wenig zu spüren. Die Pannen- und Pech-Serie dieses Sommers fand mit dem tödlichen Unfall eines Kondukteurs einen traurigen Tiefpunkt. Das Unglück und auch dessen Bewältigung stellt der Bahn ein schlechtes Zeugnis aus. SBB-Chef Andreas Meyer räumt nun ein, es habe ihn bei der Überprüfung der Waggons-Türen «überrascht, wie viele Fehler wir gefunden haben». Das sagt alles – in einem Unternehmen, in dem Sicherheit das höchste Gut ist.

Das Vertrauen hat gelitten, offenbar auch beim Bund. Die Art und Weise, wie das Bundesamt für Verkehr die SBB rüffelt, kommt einer Demütigung der Führung gleich. Die Behörde fordert eine externe Untersuchung, weil sie bezweifelt, dass die SBB im Unterhalt genügend gut ausgebildetes Personal und die richtige Organisation haben.

Das ist dicke Post aus dem Hause der neuen Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga. Nach diesem Misstrauensvotum von höchster Stelle wird es für die SBB-Verantwortlichen definitiv ungemütlich.

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