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Misshandelte Kinder: Kliniken registrieren Zunahme der Fälle

An Schweizer Kinderkliniken sind 2017 erneut deutlich mehr Fälle von Kindsmisshandlungen registriert worden. Die Zahl der vermuteten oder sicheren Misshandlungen stieg um 10 Prozent auf 1730 Fälle. Die Täter sind vor allem Familienangehörige.

Die 1730 Fälle wurden in 20 der insgesamt 31 Kinderkliniken registriert. Knapp zwei von fünf misshandelten Kinder waren von psychischer Misshandlungen betroffen. Das teilte die Fachgruppe Kinderschutz der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie am Mittwoch mit.

Das Miterleben von häuslicher Gewalt unter den Eltern und innerhalb der Familie sei für immer mehr Kinder eine traurige Realität. Die dadurch entstehende psychische Beeinträchtigung dürfe nicht unterschätzt werden.

Jedes vierte Kind erlitt eine körperliche Misshandlung und jedes fünfte Kind eine Vernachlässigung. Rund 15 Prozent der behandelten Kinder wurde sexuell missbraucht.

Die Geschlechterverteilung blieb gemäss der Fachgruppe mit 44 Prozent Knaben und 56 Prozent Mädchen gleich wie im Vorjahr. Jedes sechste misshandelte Kind war jünger als ein Jahr. 46 Prozent der Kinder waren jünger als sechs Jahre.

Drei Kinder infolge Misshandlung verstorben

Wie die Auswertung der Daten der Fachgruppe weiter aufzeigt, verübten Männer knapp jede zweite Misshandlung. Bei sexuellem Missbrauch stammt der Täter oder die Täterin in 39 Prozent der Fälle aus der Familie. Rund jeder sechste Fall eines sexuellen Übergriffes wird durch einen Fremdtäter begangen.

Bei jedem fünften Kind, das an einer Kinderklinik wegen Misshandlung abgeklärt wurde, war die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) bereits vorgängig involviert. Bei jedem achten Kind wurde bereits vor der Vorstellung an einer Kinderklinik die Strafverfolgungsbehörde eingeschaltet.

Im vergangenen Jahr verstarben drei Kinder in Folge einer Misshandlung. Zwei Kinder wurden körperlich misshandelt, ein Kind ertrank aufgrund einer Vernachlässigung. Alle drei Kinder waren jünger als ein Jahr.

sda

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