Midterms: Demokraten haben klareren Sieg errungen als prognostiziert

Ab Januar 2019 werden mindestens 233 Demokraten im Repräsentantenhaus politisieren. Dies entspricht einem Plus von 39 Sitzen gegenüber der letzten nationalen Wahl vor zwei Jahren.

Renzo Ruf, Washington
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Der bisherige demokratische Senator von Florida, Bill Nelson (rechts), hat am Wochenende seine Niederlage eingestanden. (Bild: Shawn Thew/EPA (Washington, 13 November 2018))

Der bisherige demokratische Senator von Florida, Bill Nelson (rechts), hat am Wochenende seine Niederlage eingestanden. (Bild: Shawn Thew/EPA (Washington, 13 November 2018))

Auch zwei Wochen nach dem nationalen Urnengang dauert die Auszählung der Stimmzettel in Amerika an. Nach wie vor ist offen, wer in drei der 435 Wahlbezirke des Repräsentantenhauses die Mehrheit errungen hat, wie einer Aufstellung des Wahlforschers David Wasserman zu entnehmen ist. Fest steht aber, dass die Demokraten – entgegen ersten Prognosen am Tag nach der Wahl – einen klaren Sieg über die Republikaner errungen haben. Demnach werden in der kommenden Legislaturperiode, die im Januar 2019 beginnt, mindestens 233 Demokraten im Repräsentantenhaus politisieren. Dies entspricht einem Plus von 39 Sitzen gegenüber der letzten nationalen Wahl vor zwei Jahren.

Vielleicht ebenso wichtig: Die Demokraten gewannen landesweit mindestens 53 Prozent der Stimmen – oder umgerechnet gegen 6 Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren. Die Republikaner erzielten 45 Prozent, 2 Prozent gingen an Drittparteien oder unabhängige Kandidaten.

Republikaner dürften im Senat um zwei Sitze zulegen

Bei der Teilerneuerungswahl für den Senat (35 der 100 Sitze) gelang es den Republikanern hingegen, Boden gutzumachen. Die Präsidentenpartei luchste den Demokraten vier Sitze ab; zuletzt gestand am Wochenende Senator Bill Nelson aus Florida seine Niederlage ein. Gleichzeitig gewannen demokratische Kandidatinnen in zwei Bundesstaaten, die im Senat bisher von Republikanern vertreten wurden.

Unter dem Strich zeichnet sich also ein Sitzgewinn der Republikaner von zwei Mandaten ab, von 51 auf 53 Sitze – wobei das Rennen im konservativen Mississippi in der kommenden Woche in einer Stichwahl entschieden wird. Präsident Donald Trump stellt sich auf den Standpunkt, dass dieser Sitzzuwachs seinen zahlreichen Wahlkampfauftritten zu verdanken ist. «Ich habe den Senat gewonnen», sagte er gegenüber einem Journalisten. (rrw)