Mehr Fälle von Rassismus registriert

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Statistik Die Beratungsstellen für Rassismusopfer haben letztes Jahr in der Schweiz 301 Fälle von rassistischen Diskriminierungen registriert. Das sind 102 mehr als 2016. Am häufigsten werden Menschen am Arbeitsplatz und Kinder in der Schule aufgrund ihrer Herkunft Opfer von Rassismus. Ein 10-jähriges Kind wird in der Schule wegen seiner Hautfarbe beschimpft, bis es gesundheitliche Probleme hat – ein Mitarbeiter eines Freibads stellt das Warmwasser ab, damit die wartenden dunkelhäutigen Personen nicht warm duschen können.

301 solche und ähnliche Fälle haben die 27 Beratungsstellen, die im Beratungsnetz für Rassismusopfer Mitglied sind, letztes Jahr registriert. Der Verein humanright.ch wertete die Fälle der Beratungsstelle zusammen mit der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus aus. Das Resultat zeigt, dass Rassismusvorfälle in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr zugenommen haben (2016: 199 Fälle). 2017 wurden so viele Fälle registriert wie noch nie. Der Anstieg bedeute nicht zwingend, dass der Rassismus im selben Mass zugenommen habe, steht im Bericht. Es könne auch sein, dass die Beratungsstellen bekannter geworden seien.

Dennoch lässt der Bericht diverse Schlüsse zu. Muslimfeindlichkeit sowie die Feindlichkeit gegen Menschen aus dem arabischen Raum hat um 5 Prozentpunkte zugenommen: 90 der gemeldeten Fälle lagen diese beiden Motive zugrunde. An erster Stelle (112 Fälle) steht eine generelle Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit. Im Zusammenhang mit Rassismus gegen Schwarze hat sich in den letzten Jahren der Begriff «Racial Profiling» geprägt – wenn Polizisten Personen aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Hautfarbe kontrollieren. 24 Mal hat sich 2017 jemand wegen «Racial Profiling» an eine Beratungsstelle gewandt. Die «Alliance Against Racial Profiling» fordert nun von der Politik, dass bei Strafanzeigen gegen die Polizei Gremien zuständig sind, die von Regierung und Polizei unabhängig seien. (sda)