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Kommentar

Mediakamentenrationierung: Generalverdacht ist fehl am Platz

Das Bundesamt für Gesundheit schränkt den Einsatz von teuren Medikamenten zunehmend ein. Die Pharmafirmen spielen dabei eine unrühmliche Rolle.
Andreas Möckli

Jeder Dritte erkrankt irgendwann in seinem Leben an Krebs. Der Schub an neuen Medikamenten gegen die vielfach tödliche Krankheit ist daher ein Segen. Gleichzeitig sind diese neuen Präparate enorm teuer, in gewissen Fällen verlangen die Hersteller über 100 000 Franken pro Patienten. Das zuständige Bundesamt für Gesundheit sieht sich deshalb gezwungen, die Anwendung der neuen Medikamente einzuschränken. Neben Krebs gilt dies etwa auch für Arzneimittel gegen rheumatische Beschwerden.

Es ist verständlich, dass nicht jeder verzweifelte Versuch, einen Patienten zu behandeln, von der Allgemeinheit bezahlt werden soll. Dies gilt vor allem dann, wenn dazu keine belegbaren Ergebnisse aus klinischen Studien vorliegen. Dazu gibt es jedoch Vorgaben der Zulassungsbehörde Swissmedic. Wenn nun das zuständige Bundesamt für Gesundheit hingeht und Einschränkungen erlässt, wirft dies grundsätzliche Fragen auf.

Denn offensichtlich misstraut der Bund den Ärzten. Dessen Vorgehen impliziert, dass Mediziner höher dosieren oder länger therapieren als nötig. Natürlich gibt es auch unter den Ärzten schwarze Schafe. Doch eigentlich sollte die Behandlungshoheit den Ärzten und nicht dem Bund überlassen werden.

Eine unrühmliche Rolle spielen aber auch die Pharmafirmen. Mit ihren hohen Preisforderungen zwingen sie den Bund zum Handeln. Besser wäre es jedoch, direkt bei den Medikamentenpreisen anzusetzen. Dazu müsste die Politik dem Bund jedoch schärfere Gesetze in die Hand geben, die heute schmerzlich fehlen.

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