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«Man will offensichtlich nicht mehr Gastgeber sein»

54 Prozent der Walliser sagten Nein zu Olympischen Spielen im Wallis. Im Interview erörtert Jürg Stahl, Präsident Swiss Olympic und Verein «Sion 2026», die Gründe für die Ablehnung.
Dominic Wirth
Jürg Stahl, Präsident Swiss Olympic und Verein «Sion 2026». (Bild: Olivier Maire/KEY)

Jürg Stahl, Präsident Swiss Olympic und Verein «Sion 2026». (Bild: Olivier Maire/KEY)

Jürg Stahl, «Sion 2026» ist gescheitert: 54 Prozent der Walliser sagten Nein, in Sion, das Hauptort der Spiele gewesen wäre, waren es gar 61 Prozent. Wie erklären Sie sich dieses deutliche Votum?

Es ist schwierig, an einem solchen Nachmittag wahnsinnig schlaue Analysen zu machen. Ich glaube, es hat mit einer generellen Entwicklung zu tun, einem Misstrauen gegenüber grossen Organisationen wie dem IOC, aber auch den Behörden. Die Walliser haben sich gegen die Empfehlung des Grossen Rats und der Regierung gestellt. Das löst natürlich Fragen aus, die ich auf die Schnelle nicht beantworten kann.

Fakt ist: Die Erzählung der Olympiakandidatur, Spiele im kleinen Umfang und mit nachhaltigem Nutzen zu veranstalten, hat nicht verfangen.

Wir haben versucht aufzuzeigen, dass wir einen anderen Weg gehen wollen und das IOC auch zum Dialog bereit ist. Aber wir befinden uns im ersten Zyklus, in dem die Agenda 2020 angewendet wird. Es braucht wahrscheinlich zuerst einen Nachweis, dass das IOC tatsächlich nachhaltiger werden will. Die Leute haben derzeit noch andere Bilder im Kopf von Olympischen Spielen.

Die Schweizer haben jetzt viermal in Folge eine Olympiakandidatur versenkt. Ist der olympische Glanz hierzulande wirkungslos geworden?

Nein, das glaube ich nicht. Olympia fasziniert nach wie vor, das habe ich etwa während der Olympischen Spiele in Pyeongchang festgestellt. Die Leute haben sich sehr gefreut über die Erfolge der Schweizer Athleten, eines Dario Cologna oder einer Wendy Holdener. Gleichzeitig ist es offensichtlich so, dass man nicht mehr Gastgeber sein will.

Also ist die Schweiz zu knausrig geworden für Grossanlässe?

Das weiss ich nicht. Am Schluss ist einfacher, gegen ein Projekt zu sein, es ist ein guter Vorwand, die Kosten voranzustellen. Ich glaube aber nicht, dass Knausrigkeit der Hauptgrund für das Nein war. Am Schluss hatten wir es mit einer sehr heterogen Gegnerschaft zu tun, die «Sion 2026» aus sehr unterschiedlichen Gründen bekämpft hat.

Das Internationale Olympische Komitee hat seinen Sitz in der Schweiz, gleichzeitig haben es Olympische Spiele hierzulande schwer. Inwiefern ist dieses Nein auch ein Nein zum IOC?

Das IOC verfolgt genau, was in der Schweiz passiert. Man war dort schon nach dem zweimaligen Nein aus Graubünden in Sorge. Es ist nicht so, dass ihnen das egal wäre, ich hatte heute Nachmittag bereits Kontakt mit dem IOC-Präsidenten Thomas Bach. Der Umgang mit diesem Ergebnis ist eine Herausforderung, die wir gemeinsam angehen müssen.

Hand aufs Herz: Finden hierzulande überhaupt wieder einmal Olympische Spiele statt?

Natürlich: Dieser Entscheid wirft Fragen auf bezüglich der Durchführbarkeit von Grossanlässen in der Schweiz. Ich will das nicht alleine beantworten. Ich werde mich heute mit Guy Parmelin, dem zuständigen Bundesrat, treffen. Es ist wichtig, dass wir den Walliser Entscheid nun gut analysieren. (dow)

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