«Make Switzerland great again»: Lockdown-Demo vor Bundeshaus – jetzt regt sich Widerstand

Die «Corona-Rebellen» lassen nicht locker und ziehen am Samstag erneut vor das Bundeshaus. Auf sozialen Medien rufen linke Kreise zu Protesten gegen die bewilligte Demo auf.

Adrian Müller / watson.ch
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Im Mai zogen die Lockdown-Gegner mehrfach für illegale Demonstrationen vor das Bundeshaus.

Im Mai zogen die Lockdown-Gegner mehrfach für illegale Demonstrationen vor das Bundeshaus.

EPA

Mit einem Grossaufgebot räumte die Berner Polizei im Mai gleich mehrfach illegale Anti-Lockdown-Demos auf dem Bundesplatz. Unter den Kundgebungsteilnehmern befanden sich neben Verschwörungstheoretikern auch Rechtsextreme wie der Ex-Pegida-Aktivist Ignaz Bearth (36).

Nun wollen es die «Corona-Rebellen» nochmals wissen. Am Samstagnachmittag findet vor dem Bundeshaus erneut eine Demo statt. Diesmal unter dem an Donald Trump angelehnten Motto «Make Switzerland great again».

Die Behörden haben eine Bewilligung erteilt, wie der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause gegenüber watson bestätigt. Die Veranstalter hätten ein umfassendes Sicherheitskonzept eingereicht. Auch weil sie keine Masken tragen wollen, wie es der Bundesrat eigentlich bei Kundgebungen vorschreibt.

«Der Bundesplatz wird in mehrere Sektoren à 300 Personen aufgeteilt. Zudem müssen die Namen aller Personen erfasst werden, damit das Contact-Tracing gewährleistet ist», so der CVP-Gemeinderat.

Schwulen-Hetzer als Strippenzieher

Organisator der Kundgebung ist das «Bürgerforum Schweiz» um den schwulenfeindlichen Politiker Daniel Regli. Dieser in seiner Zeit als Zürcher SVP-Gemeinderat mehrfach mit menschenverachtenden Entgleisungen für Eklats gesorgt.

So hatte er etwa die erhöhte Selbstmordrate unter Homosexuellen mit deren Sexualpraktiken («weil der Analmuskel nicht mehr hält») erklärt. Darauf distanzierte sich die SVP von ihm. Weiter organisierte er als OK-Präsident die Anti-Abtreibungs-Demonstration «Marsch fürs Läbe».

«Kämpferischer Gegenprotest» angekündigt

Auf sozialen Medien mobilisieren darum Linksaktivisten für einen Gegenkundgebung. «In einer Zeit, wo menschenverachtendes Gedankengut sich wieder ausbreitet, Hass gegen Minderheiten geschürt wird, können wir das nicht einfach so hinnehmen. Wir rufen zu einem lautstarken, bunten und kämpferischen Gegenprotest auf», heisst es auf der Facebook-Seite von «Bern gegen Rechts».

«Wir gehen von Störaktionen aus und haben der Polizei den Auftrag erteilt, die bewilligte Veranstaltung zu schützen», sagt Sicherheitsdirektor Nause.

Auf watson-Anfrage will sich Regli nicht zur Demo äussern. Aufgrund der Bewilligungs-Auflagen stehe er erste ab Samstag für Auskünfte bereit. Auf dem Flyer der Lockdown-Gegner sind verschiedene Reden und ein Flashmob angekündigt. Zudem wird aufgerufen, eine Bundesverfassung auf sich zu tragen.