Lorbeeren gibt es kaum

Schon vor seiner Ernennung zum neuen Armeechef hat Philippe Rebord Kritik einstecken müssen.

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Schon vor seiner Ernennung zum neuen Armeechef hat Philippe Rebord Kritik einstecken müssen. Die galt aber nicht ihm als Person, sondern seiner Herkunft: Es gehe nicht an, dass der aus der Romandie stammende Verteidigungsminister diese Spitzenposition mit einem weiteren Westschweizer besetze, monierten Deutschschweizer Sicherheitspolitiker. Gut, hat sich Guy Parmelin über die Warnungen hinweggesetzt. Rebord ist durchaus in der Lage, sich deutsch auszudrücken, schliesslich hat er den grössten Teil seines Berufsmilitärlebens diesseits des Röstigrabens verbracht. Wichtiger als die Sprache sind ohnehin andere Eigenschaften, die dem Waadtländer attestiert werden: Er gilt als intelligent, integer und besonnen, seine Dialog- und Kritikfähigkeit wird gelobt.

Diese wird Rebord in seiner neuen Funktion dringend benötigen. Er übernimmt eine Armee mit mehr Geld als seine Vorgänger – und mit mindestens ebenso vielen Baustellen. Auf ihn wartet eine Monsteraufgabe: Er muss eine Reform umsetzen, die innerhalb der Truppe auf massive Widerstände stösst. Lorbeeren wird sich der 59-Jährige am Ende seines Berufslebens dabei kaum holen können. Das zeigt auch der Blick zurück: Jede grundlegende Reorganisation der Armee hat in den letzten Jahrzehnten zu gröbsten Problemen geführt. Bis diese gelöst waren, vergingen jeweils Jahre.

Bundesrat Parmelin hat seinem «Compatriote» gestern viel Kraft gewünscht. Die wird Rebord brauchen – damit sich die vermeintliche Krönung seiner Karriere nicht als Himmelfahrtskommando erweist.