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Leere Bahnhöfe, verlassene Seepromenaden, verwaiste Plätze: Die Schweiz als «Geister-Land» in 25 Bildern

Bilder wie diese hat es noch nie gegeben. Der Flughafen Zürich ohne Passagiere, der Bahnhof Bern während der Rush-Hour ohne Pendler und die Altstadt von Luzern ohne Touristen. Die Schweiz steht still.

Kevin Capellini
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Täglich fahren knapp 3000 Züge in den Hauptbahnhof Zürich, rund 470'000 Passagiere werden hier abgefertigt – jeden Tag. Doch seit einer Woche wurde es merklich ruhiger im «HB».

Täglich fahren knapp 3000 Züge in den Hauptbahnhof Zürich, rund 470'000 Passagiere werden hier abgefertigt – jeden Tag. Doch seit einer Woche wurde es merklich ruhiger im «HB».

Bild: Keystone

Vor genau einer Woche, am 16. März 2020, hat der Bundesrat die Schweiz in einen Lockdown versetzt: Läden, Restaurants, Bars, Friseursalons, sie alle mussten schliessen. Wer kann, solle Home Office machen.

Seither gleicht die Schweiz einem «Geister-Land». Die Stadtzentren sind leer, Züge fahren während der Hauptverkehrszeit nur mit einer Handvoll Passagiere durchs Land. Öffentliche Plätze sind komplett gesperrt, die Grenzen wurden mit Zäunen und Betonelementen abgeriegelt. Wir haben 25 Bilder aus der ganzen Schweiz zusammengetragen, welche ein Land zeigen, das sich im Stillstand befindet. Klicken Sie sich durch:

Die Schweiz stand still. Wir zeigen Ihnen in 25 Bildern, wie die Schweiz während der Lockdowns ausgesehen hat. Der Zürich Hauptbahnhof ist einer der meistfrequentierten Bahnhöfe der Welt. Doch mittlerweile sind sogar während der Rush-Hour kaum noch Passagiere anzutreffen.
25 Bilder
Der Mensch macht den Tieren Platz: Die verlassene Passage am HB Zürich.
Eine einzelne Frau auf Reisen: Die Rolltreppen vor der Zollkontrolle am Flughafen Zürich.
Die Check-in-Schalter sind verwaist am grössten Flughafen der Schweiz.
Gleiches gilt auch für den Bahnhof Bern. Kaum ein Mensch befindet sich in der grossen Halle um 08 Uhr am Morgen in der letzten Woche.
Auch Bars, Pubs, Restaurants und Clubs sind vom Lockdown betroffen. Sie alle mussten schliessen.
Gleiches Gilt für die Ski-Gebiete. Für sie hiess es: Saison abbrechen und zusammenpacken.
Auch der Verkehr zwischen den Grenzen kam zum Stillstand. Wie etwa hier die abgesperrte Grenze zwischen Konstanz (DE) und Kreuzlingen (CH).
Und auch andernorts gibt es kein Durchkommen mehr. Die Grenzen zu unseren Nachbarstaaten wurden grösstenteils geschlossen.
Mit Zäunen wurden die Grenzen abgeriegelt. Solche Bilder hat es bis anhin kaum je gegeben.
Jeden Tag fahren knapp 3000 Züge in den Hauptbahnhof Zürich, rund 470'000 Passagiere werden hier abgefertigt – jeden Tag. Doch seit einer Woche wurde es merklich ruhiger im «HB».
Genau so verlassen ist auch die Innenstadt von Lausanne. Die Post ist zwar noch unterwegs aber sonst sind nur noch wenige Menschen auf der Strasse.
«Bleibt zu Hause» fordert diese Statue von Freddy Mercury in Montreux die Menschen auf.
Der völlig verwaiste Bundesplatz vor dem Bundeshaus in Bern.
Und auch die Bundesterrasse wurde mit meterhohen Absperrungen geschlossen.
Entsprechend leer ist auch die Innenstadt von Bern. Kaum ein Mensch ist unterwegs in der Strasse, die sonst für einen Spaziergang sehr beliebt ist.
Komplett abgeriegelt wurde auch das Zürcher Seebecken.
Weil sich die Menschen nicht an die Empfehlungen des Bundes gehalten haben, schloss die Stadt Zürich das komplette Seebecken und mehrere Parks.
Das Resultat ist eindrücklich ...
... noch nie hat man das Zürcher Seebecken so verlassen gesehen wie hier am Sonntag, 23. März.
Noch nicht nur in Zürich wurden die Seeufer abgesperrt. Ähnliche Massnahmen wurden auch in der Westschweiz ergriffen.
Und auch in Luzern trifft man dieser Tage kaum noch Menschen an vor der sonst so gut besuchten Kapellbrücke.
Blick auf das Limmat-Ufer in Zürich am vergangenen Sonntag. Hier spazieren am Wochenende sonst tausene von Menschen.
Und auch das Zürcher Niederdorf, eine beliebte Ausgeh- und Flaniermeile, ist dieser Tage komplett verwaist.
Voll ist es dafür auf den Abstellgeleisen des HB Zürich. Hier stehen Dutzende Züge herum, die wegen des Lockdown nicht mehr genutzt werden.

Die Schweiz stand still. Wir zeigen Ihnen in 25 Bildern, wie die Schweiz während der Lockdowns ausgesehen hat. Der Zürich Hauptbahnhof ist einer der meistfrequentierten Bahnhöfe der Welt. Doch mittlerweile sind sogar während der Rush-Hour kaum noch Passagiere anzutreffen.

Bild: Keystone

Bilder wie diese kamen bis vor wenigen Wochen noch aus China und Italien zu uns. Dass auch die Schweiz nur kurze Zeit später so aussehen würde und wir in einem Land leben, das vom absoluten Stillstand betroffen ist und in dem die nationale Notlage gilt, das konnten sich wohl viele Menschen bis vor Kurzem noch nicht vorstellen.

Doch der Stillstand betrifft nicht nur leere Plätze. Immer öfter kommt es auch vor Lebensmittelläden zum Stillstand. Da viele Detailhändler wie etwa Coop oder Migros die Kunden nur noch in kleiner Anzahl in ihre Läden lassen, bieten sich vor den Geschäften Bilder, die man in der Schweiz bisher kaum je gesehen hat: Es bilden sich teils lange Schlangen, da die Kunden warten müssen, bis ihnen Einlass gewährt wird.

Die Menschen stehen Schlange vor einer Coop-Filiale.

Die Menschen stehen Schlange vor einer Coop-Filiale.

Bild: Keystone

Verhindert werden sollen mit dieser Massnahme die Ansteckung der Menschen untereinander. Ob diese Massnahmen und die leeren Städte dazu beitragen werden, dass sich die Ausbreitung des Corona-Virus in der Schweiz verlangsamt, das muss sich zuerst noch zeigen. Momentan steigen die Zahlen weiterhin und fast unaufhörlich.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wagt jedoch die Prognose, dass sich frühestens ab der kommenden Woche die Infektionszahlen wieder senken könnten. Doch bis der Stillstand in der Schweiz wieder aufgehoben ist, die Menschen wieder Zug fahren und die öffentlichen Plätze wieder belebt sind, die Restaurants wieder gut besucht und die Bars voll sind, wird wohl noch längere Zeit vergehen. Und in der Zwischenzeit gilt: Bleiben Sie zu Hause.