Lediglich Ausserrhoden über dem Durchschnitt

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden 5,4 Prozent, im Kanton St. Gallen 3,8 Prozent, im Thurgau 3,4 Prozent und im Kanton Appenzell Innerrhoden 2,2 Prozent: Dies sind die durchschnittlichen Prämienanstiege in den Ostschweizer Kantonen für das Jahr 2016.

Richard Clavadetscher
Merken
Drucken
Teilen

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden 5,4 Prozent, im Kanton St. Gallen 3,8 Prozent, im Thurgau 3,4 Prozent und im Kanton Appenzell Innerrhoden 2,2 Prozent: Dies sind die durchschnittlichen Prämienanstiege in den Ostschweizer Kantonen für das Jahr 2016. Ausser im Ausserrhodischen liegen sie damit unter dem gesamtschweizerischen Mittel von 4 Prozent. Was sagen nun die Gesundheitsdirektoren zu den Prämienanstiegen in ihren Kantonen?

Ausserrhoden: «Leider zu erwarten»

Ein deutlicher Anstieg sei leider zu erwarten gewesen, so der Ausserrhoder Landammann und Gesundheitsdirektor Matthias Weishaupt in einer ersten Stellungnahme.

Für die Prämienzahlenden in seinem Kanton sei die Belastung nun sehr hoch – dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Krankenkassenprämien im Ausserrhodischen schon in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen seien, so Weishaupt.

Störend ist für den Ausserrhoder Gesundheitsdirektor die Prämienerhöhung in diesem Umfang, weil der Kanton im nächsten Jahr erneut mehr an die stationären Spitalkosten zahle und damit die Krankenkassen entlaste – und trotzdem stabilisierten sich die Prämien nicht. Auch falle im Kanton die Hausarzt-Medizin als Kostentreiber weg: In Appenzell Ausserrhoden habe es nämlich keine Ausdehnung gegeben, so Weishaupt.

St. Gallen: «Massnahmen greifen»

Wenn sie die Prämienerhöhung von durchschnittlich 3,8 Prozent für den Kanton St. Gallen zur Kenntnis nehme, stelle sie fest, dass diese unter dem schweizerischen Schnitt liege und sich die Prämien weiterhin klar unter dem gesamtschweizerischen Niveau bewegten, sagt die St. Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann. «Die Massnahmen im Gesundheitswesen greifen also.» Hanselmann empfindet es gleichwohl als störend, dass die Krankenkassen zu hohe Reserven bildeten und nicht abbauten. Und sie schiebt auch noch eine generelle Kritik nach: «Das Material, das wir Kantone vom Bund bekommen, reicht nicht aus, um die Prämienerhöhung wirklich nachvollziehen zu können. Dies sollte sich ändern.»

Thurgau: «Zu hohe Reserven»

Der Kanton Thurgau stehe mit der Steigerung der Durchschnittsprämie für Erwachsene von 3,4 Prozent gut da, sagt Gesundheitsdirektor Jakob Stark. Es sei die fünftgeringste Steigerung schweizweit. Zufrieden ist er gleichwohl nicht: «Mein Departement hat einen durchschnittlichen Anstieg der Leistungen um lediglich 2,1 Prozent errechnet.» Wenn die Prämien nun aber um 3,4 Prozent stiegen, bildeten die Kassen also Reserven. Er sei aber sowohl gegen eine unnötige Reservenbildung als auch gegen eine interkantonale Quersubventionierung, so Stark. Und noch etwas stört den Thurgauer Gesundheitsdirektor: Seiner Meinung nach entlastet der bis 2017 ansteigende Kantonsanteil bei den stationären Spitalkosten die Krankenversicherung, weshalb die Prämien partiell sinken müssten. «Dies ist zu wenig sichtbar.»

Innerrhoden: «Wie erwartet»

Die Innerrhoder Gesundheitsdirektorin Antonia Fässler ist «grundsätzlich erst einmal froh, dass der Prämienanstieg unterdurchschnittlich ist». Sie habe dies jedoch so erwartet, da der Anstieg in den Jahren zuvor dreimal überdurchschnittlich gewesen sei. Dies, «obwohl damals unsere Gesundheitskosten unterdurchschnittlich angestiegen sind». Wie ihr Thurgauer Kollege findet Gesundheitsdirektorin Fässler zudem, der bis 2017 ansteigende Kantonsanteil bei den stationären Spitalkosten müsse auch bei den Krankenkassenprämien sichtbar sein, da die Kassen in diesem Bereich ja entlastet würden.