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Höchste Lawinenwarnstufe und Wind legen Ostschweizer Skigebiete lahm

Wegen anhaltender Schneefälle spitzt sich die Lage in den Ostschweizer Alpen weiter zu. Die Lawinenwarnstufe wurde am Montagmorgen auf die höchste Stufe gesetzt. Pizol und Flumserberg schliessen Liftanlagen – Silvretta Montafon im Vorarlberg gar das ganze Skigebiet.
Tim Naef
32 Bilder

Im Skigebiet Flumserberg stehen einige Bahnen still

Am Montagmorgen hat das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) die Lawinengefahr nochmals ausgeweitet. Die Gefahrenstufe 5 – als sehr gross eingestuft – gilt nun auch für die Ostschweizer Skigebiete Flumserberg und Pizol. Und es schneit weiter, zumindest bis heute Abend. Das hat Auswirkungen auf das Wintersportangebot in der Region: Während am Flumserberg vier Anlagen nicht fahren, war am Montagmorgen das gesamte Skigebiet am Pizol geschlossen.

Pizol schliesst Liftanlagen

«Bei uns waren am Montagmorgen sämtliche Anlagen ausser Betrieb», sagt Klaus Nussbaumer, CEO der Pizobahnen. «Nach dem Mittag konnten wir die Gondelbahn Wangs sowie den Übungslift Furt wieder in Betrieb nehmen.» Damit hätten zumindest die ersten Pisten und die Schlittelbahn bis Maienberg wieder genutzt werden können.

Laut Nussbaumer geht es derzeit darum, die Situation im Skigebiet zu analysieren und sich einen Überblick zu verschaffen. Wegen drohender Lawinen seien Hänge bereits in den vergangenen Tagen gesperrt und gesprengt worden, um die exponierten Pistenabschnitte zu sichern. Doch nicht nur die Lawinengefahr spielt bei der Schliessung der Anlagen eine Rolle: «Wir sichern zurzeit das gesamte Skigebiet.» Dabei werden die Anlagen enteist, Dächer von den Schneelasten befreit und der Waldbestand bei Anlagen und Pisten kontrolliert.

Auch wenn sich Nussbaumer andere Verhältnisse wünscht, will er nicht von einer aussergewöhnlichen Situation sprechen. «Wir hatten bereits im vergangenen Jahr grosse Schneemassen.» Das sei schlicht die Natur. Neben einem Teilbetrieb heute und morgen würden voraussichtlich ab Mittwoch wieder alle Anlagen in Betrieb genommen werden. «Je nach Verlauf der Arbeiten und Sicherungsmassnahmen wird entschieden, was für den Betrieb freigegeben wir. Die Sicherheit unserer Gäste und Mitarbeitenden hat natürlich oberste Priorität.»

Wind ist ein stetiges Problem

Nicht ganz so prekär ist die Situation am Flumserberg. «Wir haben die Situation im Griff», sagt Heinrich Michel, CEO der Flumserbergbahnen AG. Zurzeit seien vier Anlagen oberhalb von 2000 Metern geschlossen. Dies sei aber nicht der Lawinengefahr geschuldet, sondern der anhaltend starke Wind bereite Probleme.

Ein Skifahrer trotzt in Flumserberg dem schlechten Wetter. (Bild: Urs Bucher)

Ein Skifahrer trotzt in Flumserberg dem schlechten Wetter. (Bild: Urs Bucher)

Der viele Schnee gehöre für das Team zur Routine. «Wenn wir einzig die Schneehöhe betrachten, ist es keine aussergewöhnliche Situation», so Michel. «Da haben es unsere Nachbarn doch einiges schwieriger.» Michel spricht dabei von Österreich. Einen Blick über die östliche Grenze zeigt, dass der Vorarlberg mit noch grösseren Schneemassen zu kämpfen hat.

Einmaliges Ereignis in Vorarlberg

Gleich wie am Pizol ist auch das gesamte Skigebiet Silvretta Montafon am Montagmorgen geschlossen. «Wegen der anhaltend hohen Lawinengefahr haben wir uns entschlossen, die Anlagen heute nicht fahren zu lassen», sagt Thomas Ettenberger, Marketingchef von Silvretta Montafon. Das heutige Ziel sei, das gesamte Gebiet zu sichern, «so dass am Dienstag, wenn vielleicht auch mit einem eingeschränkten Angebot, die Lifte wieder fahren können.»

Für das Vorarlberger Skigebiet ist es durchaus eine Ausnahmesituation. Ettenberger konnte sich nicht erinnern, wann das gesamte Skigebiet aufgrund der Lawinensituation letztmals geschlossen werden musste.

Bei Gefahrenstufe 5 sind Siedlungen in Gefahr

Ebenfalls von einer Ausnahmesituation spricht Kurt Winkler, Lawinenprognostiker am Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF). «Die höchste Lawinenwarnstufe wird nur alle paar Jahre ausgerufen.» Wie lange diese noch anhält, kann Winkler nicht mit Sicherheit sagen. Da der Schneefall in der Nacht aber aufhören sollte, werde sich die Situation dann allmählich entspannen. Er betont aber, dass auch wenn die Gefahrenstufe von 5 auf 4 oder 3 zurückgestuft werden sollte, es immer noch gefährlich sei; besonders für Wintersportler ausserhalb gesicherter Pisten.

Für Ski und Snowboarder sei bereits die Stufe 3 entscheidend. «Wird die Gefahrenstufe auf 4 gesetzt, sind zunehmend exponierte Verkehrswege von Lawinen gefährdet. Bei Stufe 5, der höchsten, sind dann schon viele Strassen, aber auch Häuser und einzelne Siedlungen betroffen.»

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