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Bundesanwalt Michael Lauber unter Personenschutz – weil er zu viel weiss?

Weil der Schweizer Nachrichtendienst wenig Akzeptanz hatte, sei Bundesanwalt Lauber zur Ansprechperson für ausländische Geheimdienste geworden. Das sei auch eine Erklärung, warum er jetzt Personenschutz anfordere.
Henry Habegger
Unter Druck: Bundesanwalt Michael Lauber. (Bild: Keystone)

Unter Druck: Bundesanwalt Michael Lauber. (Bild: Keystone)

In den Wirren um den Bundesanwalt Michael Lauber gibt es Unerklärtes bis Unerklärliches. Etwa: Warum geben vier Personen an, unter ihnen Lauber selbst sowie Fifa-Boss Gianni Infantino, sich nicht an ein Treffen zu erinnern, das in einem Berner Hotel stattfand? Im Hotel Schweizerhof, in dem sich auch die Botschaft von Katar befindet, dem Austragungsland der Fussball WM 2022?

Eine andere ist: Der Bundesanwalt erhielt bisher jedes Mal Personenschutz, wenn er sich zu den Parteienhearings ins Bundeshaus begab. Er wurde selbst im Innern des Parlamentsgebäude bewacht, mehrmals von Bodyguards in Zivil, zusätzlich zu den uniformierten Beamten vom Bundessicherheitsdienst. In Bundesbern fragt man sich: Hat der Bundesanwalt Verfolgungswahn, oder liegt eine reelle Bedrohung vor?

Schweizer Geheimdienstkreise glauben die Antworten zu kennen.

«Lauber hat Angst»

«Lauber hat Angst», sagt ein ehemaliger Geheimdienst-Mann. «Er hat sich als Bundesanwalt in Kreisen bewegt, in denen er sich nie hätte bewegen dürfen.»

Gemeint sind ausländische Geheimdienstkreise.

Unter dem ersten Direktor Markus Seiler habe dem damals neu geschaffenen Nachrichtendienst des Bundes (NDB) bei ausländischen Diensten die Akzeptanz gefehlt. Das hing wohl auch damit zusammen, dass die Schweiz den In- und den Auslandnachrichtendienst 2010 zum NDB fusioniert hatte, was im Ausland teilweise auf Unverständnis stiess, weil man die Vertraulichkeit der Informationen und Quellen nicht mehr gewährleistet sah.

Aber die Ausländer trauten angeblich auch dem «Bürokraten Seiler» nicht. Und es habe eine Alternative gegeben: Michael Lauber, ab 2012 als Bundesanwalt im Amt und einst Leiter der Liechtensteiner Financial Intelligence Unit, sei sehr schnell zur «Ansprechperson für ausländische Dienste» geworden, so der Insider. Der smarte, mächtige Bundesanwalt habe im Verkehr mit gewissen Ländern gleichsam Seilers Rolle übernommen. Zu diesen Ländern sollen die USA und Russland gehört haben.

«Es war beim Nachrichtendienst häufig ein Thema, dass Lauber direkt vom Ausland angegangen wurde. Er hat das selbst auch gesucht.» Der Insider wirft der «schwachen» politischen und fachlichen Aufsicht vor, sie hätten Lauber gewähren lassen. Er spricht von einem Systemversagen.

Der Mann, der zu viel weiss?

Lauber sei so zum Träger von Informationen geworden, die er nie hätte erhalten dürfen und die gefährlich werden konnten. Zumal er sich als Amateur mit abgebrühten und geschulten Profis eingelassen habe. «Das war ein Nummer zu gross für ihn. Wenn eine Person Informationen holt, die heikel sind, oder jemanden trifft, der heikle Informationen hat, dann wird er selbst zur gefährdeten Person. Er muss entsprechend geschult und geschützt werden.» Der Insider sagt, dass Lauber jetzt tatsächlich Angst habe, seine Zuträger könnten auf die Idee kommen, er werde im Kampf um seinen Job heikle Informationen preisgeben. Was den Personenschutz erklären würde.

Lauber mit Bodyguards vor dem Fraktionszimmer der FDP. (Bild: CH Media)

Lauber mit Bodyguards vor dem Fraktionszimmer der FDP. (Bild: CH Media)

Für das «vergessene» Treffen bei der katarischen Botschaft im Schweizerhof gebe es «nur eine plausible» Erklärung: Es müsse um Informationen oder Teilnehmer gehen, die heikel seien. Daher sagten jetzt alle, sich nicht zu erinnern.

«Kommentieren keine Gerüchte»

War Lauber wirklich eine «Anlaufstelle» für ausländische Dienste? Die Bundesanwaltschaft antwortete nicht auf solche Fragen. Man kommentiere «grundsätzlich keine Gerüchte".

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