Landesweit Aufsehen erregt

Im Oktober 2014 hatte Pfarrer Wendelin Bucheli in der Pfarrkirche Bürglen, Kanton Uri, ein gleichgeschlechtliches Paar gesegnet. Der Churer Bischof Vitus Huonder forderte den Seelsorger daraufhin auf, freiwillig zu demissionieren und in sein früheres Bistum Genf-Lausanne-Freiburg zurückzukehren.

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Im Oktober 2014 hatte Pfarrer Wendelin Bucheli in der Pfarrkirche Bürglen, Kanton Uri, ein gleichgeschlechtliches Paar gesegnet. Der Churer Bischof Vitus Huonder forderte den Seelsorger daraufhin auf, freiwillig zu demissionieren und in sein früheres Bistum Genf-Lausanne-Freiburg zurückzukehren. Als die Aufforderung im Februar 2015 bekannt wurde, führte dies zu Empörung und Unverständnis in der Pfarrei sowie zu einem schweizweiten Medienrummel. Innert weniger Wochen unterzeichneten mehr als 44 000 Personen die Online-Petition «Pfarrer Wendelin Bucheli muss in Bürglen bleiben».

Bucheli hat sich gewehrt

Doch nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Pfarrer Bucheli selber zeigte sich kämpferisch. Er widersetzte sich der Zwangsversetzung, indem er mehrmals öffentlich verlauten liess, er werde in Bürglen bleiben. Daraufhin wuchs in der Bevölkerung die Kritik am Bistum Chur und an der katholischen Glaubenslehre.

Im März wurde Generalvikar Martin Grichting von Bischof Huonder beauftragt, «angesichts der entstandenen Situation eine Lösung zu suchen, die in Einklang und Einheit der Kirche steht sowie dem Wohl der Pfarrei Bürglen, aber auch dem von Pfarrer Bucheli dient». In dieser Zeit führte zudem Bischof Huonder persönliche Gespräche mit Pfarrer Bucheli.

Am 28. März wurde die Lösung in einer gemeinsamen Mitteilung beider Parteien bekanntgegeben: «In Übereinstimmung mit der Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz vom 3. Oktober 2002 betreffend deren Haltung zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare erklärt Pfarrer Bucheli, dass er zukünftig weder öffentlich noch heimlich die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares durchführen wird.» Aufgrund dieses Versprechens von Pfarrer Bucheli hielt Bischof Huonder nicht länger an seiner Bitte an Wendelin Bucheli fest, die Demission als Pfarrer von Bürglen einzureichen.

Skepsis unter Homosexuellen

Unter den Katholiken der Pfarrei Bürglen führte der Entscheid, dass Bucheli Pfarrer in Bürglen bleiben darf, zu grosser Erleichterung.

Dagegen reagierten Bewegungen, die für homosexuelle Rechte einstehen, mit Skepsis. Aus Sicht der Schwulenorganisation Pink Cross haben die konservativen Kirchenoberen obsiegt. Für Pink Cross geht die Diskriminierung homosexueller Paare somit weiter. (AH)