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LAGEBEURTEILUNG: Regionalmedien holen online bei Reichweite und Qualität auf

Regionalmedien machen im Internet Boden gut. Dies zeigt das Jahrbuch "Qualität der Medien", das am Montag vorgestellt wurden. Doch das "Tabuthema der direkten Medienförderung" müsse diskutiert werden, fordern die Macher.
Rolf App
Auch für Regionalmedien werden Onlineangebote immer wichtiger. (Bild: Urs Jaudas)

Auch für Regionalmedien werden Onlineangebote immer wichtiger. (Bild: Urs Jaudas)

Das Jahrbuch "Qualität der Medien" zeichnet seit 2010 die Entwicklung der Schweizer Medienlandschaft nach. Erarbeitet wird es unter der Leitung von Mark Eisenegger vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich, finanziert wird es von der gemeinnützigen Kurt Imhof Stiftung für Medienqualität. Professionelle Informationsmedien seien so wichtig wie nie zuvor, unterstreicht das Jahrbuch 2017, das gestern in Bern vorgestellt wurde. Denn die Zahl der Anbieter wachse, die nur eine geringe Reichweite erzielen, eine eigene Wahrheit verbreiten «und sich nicht oder nur partiell an traditionellen Standards des professionellen Informationsjournalismus orientieren», wie es in der Studie heisst. Spielwiese dieser Anbieter ist das Internet, von wo die traditionellen Medien auch am stärksten unter Druck geraten.

Sie haben auf diesen Druck reagiert, indem sie ihre Online-Angebote ausgebaut und geöffnet haben. «Digital first» gilt jetzt auch in der Schweiz. Und, sagt Mark Eisenegger im Gespräch, «die Regionalmedien haben online ihre Reichweite deutlich gesteigert – allerdings nicht so stark, dass sie damit auffangen könnten, was sie im Printbereich verlieren.» Auch punkto Qualität haben die Regionalmedien aufgeholt. Allerdings: Die Verlagerung des Medienkonsums auf Plattformen wie Google oder Facebook saugt Werbegelder ab, umgekehrt werden deren Inhalte vom Angebot der Medienhäuser gewissermassen «veredelt». Wobei zu beobachten sei, dass viele Medienhäuser in den sozialen Medien auf Emotionalisierung setzen. Eine Ausnahme bildet hier die NZZ.

Weil die Hightech-Giganten Werbegelder abziehen und Inhalte von Medienhäusern übernehmen, sollen sie nach Meinung von Mark Eisenegger auch mit einer Werbesteuer zur Kasse gebeten werden. Es ist dies eine der Möglichkeiten, mit denen man seiner Ansicht nach den Schweizer Medien helfen muss, und zwar «ganz einfach deshalb, weil sie von so zentraler Bedeutung für das Funktionieren der Demokratie sind». Mit dieser Hilfe sollen Entwicklungen rückgängig gemacht werden, die Mark Eisenegger für bedenklich hält: «Durch Kooperationen und Zusammenlegungen kommt es zu einem markanten Vielfaltsverlust im überregionalen Bereich, etwa in der Inland- und Auslandsberichterstattung.»

Eisenegger glaubt deshalb, dass neben technischen Erleichterungen wie einer «digitalen Allmend» für alle journalistischen Anbieter das «grosse Tabuthema der direkten Medienförderung» auf den Tisch muss. Zumal diese Förderung im audiovisuellen Bereich mit der Beteiligung privater Radio- und Fernsehstationen an den SRG-Gebührengeldern bereits existiert. «Es ist nicht einzusehen, warum Zeitungen nicht über eine private Stiftung mit Staatsmitteln unterstützt werden können, wie dies etwa in Skandinavien der Fall ist.»

Dass Eisenegger die Regionalzeitungen in einer durchaus positiven Entwicklung sieht, steht zu dieser im Ganzen eher düsteren Prognose nicht im Widerspruch. «Bei ihren Lesern geniessen die Regionalzeitungen hohes Ansehen», sagt er. Und: «Auch punkto Qualität rangieren sie im oberen Mittelfeld.» Eisenegger hält es deshalb für durchaus sinnvoll, einen Teil des Online-Angebots für kostenpflichtig zu erklären. Zwar wollten nur zehn Prozent der Internetnutzer für Online-Angebote zahlen. «Aber sie weigern sich vor allem deshalb, weil es im überregionalen Bereich meist andere, unentgeltliche Informationsquellen gibt. Bei regionalen Nachrichten ist dies nicht der Fall.» Ausserdem: «Unsere Befragungen haben ergeben, dass ein Preisschild immer auch als Ausweis für Qualität gilt.»

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