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Kryptowährung-Boom beschäftigt Weltwirtschaftsforum

Finanzindustrie Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos sind Rufe nach einer stärkeren Überwachung von Kryptowährungen laut geworden. Dieser Forderung schlossen sich gestern Finanzminister, prominente Vertreter der Finanzindustrie und der Internationale Währungsfonds (IWF) an. US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte, ihm gehe es in erster Linie darum, dass Internetwährungen wie Bitcoin nicht für unerlaubte Zwecke genutzt werden. «In den USA gelten für Anbieter und Plattformen von Kryptowährungen die gleichen Regeln wie für Banken», unterstrich er. Man müsse seine Kunden kennen und die Pflichten zur Unterbindung von Geldwäsche erfüllen.

Ziel müsse sein, dass überall in der Welt nach den gleichen Regeln mit Bitcoin und Co. umgegangen werde. Teils sei das in der Gruppe der 20 grössten Industrie- und Schwellenländer (G20) schon auf den Weg gebracht. Der IWF sieht sich nach Worten seiner Chefin Christine Lagarde in einer besonderen Verpflichtung, die mit Kryptowährungen verbundenen Risiken im Auge zu behalten. «Wir haben bereits damit begonnen, das zu beobachten», sagte sie. Lagarde verwies zugleich aber auf positive Potenziale der hinter den Kryptowährungen stehenden Blockchain-Technologie.

May warnt vor Nutzung durch Kriminelle

Auch der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, mahnte, zwischen Kryptowährungen und den dahinter stehenden Technologien zu differenzieren. Er äusserte die Einschätzung, dass sich die Internetdevisen am Ende als ein «vorübergehendes Phänomen» erweisen werden. In die Blockchain-Technologie solle man dagegen investieren. Auch Blackrock-Chef Laurence Fink rief die Finanzbranche dazu auf, sich diese Technologien nutzbar zu machen.

Die britische Premierministerin Theresa May nannte die Kryptowährung Bitcoin ein beachtenswertes Problem. Grossbritannien und andere Länder sollten die Risiken «sehr ernsthaft» beobachten, sagte sie am Rande des WEF gegenüber dem US-Sender Bloomberg TV. Kryptowährungen könnten nämlich von Kriminellen genutzt werden. Gerade angesichts von Terrorismus und Kinderpornografie müssten sich Technologiefirmen auf ihre soziale Verantwortung besinnen.

Der Bitcoin ist die älteste und bekannteste von inzwischen weit über 1000 Digitalwährungen. Im vergangenen Jahr haben viele von ihnen massiv an Wert gewonnen; der Bitcoin-Kurs etwa stieg von weniger als 1000 Dollar bis auf fast 20000 Dollar. Vor wenigen Wochen wurde die Rekordjagd jedoch beendet, weil Forderungen nach einer stärkeren Regulierung lauter wurden. Besonders restriktiv gehen bereits die bisherigen Bitcoin-Hochburgen China und Südkorea vor – und auch in Europa sprechen sich immer mehr Notenbanker und Politiker für eine Regulierung von Kryptowährungen aus.

Amerikanische Staatsschulden unproblematisch

Mnuchin nutzte die Gelegenheit am WEF auch, um Befürchtungen zurückzuweisen, dass die Steuerreform die Staatsschulden in bedenkliche Höhen treibe. Die Reform werde am Anfang zwar etwas kosten, sich längerfristig aber durch ein stärkeres Wirtschaftswachstum auszahlen. Kernanliegen der Regierung von Präsident Donald Trump sei es, das Bruttoinlandprodukt um Raten von 3 Prozent und mehr zu steigern, um neue Investitionen und Jobs im Inland zu schaffen und höhere Löhne zu erreichen.

Die Staatsverschuldung von über 20 Billionen Dollar hält Mnuchin für nicht problematisch. «Wir sind mit dem Schuldenniveau zufrieden», sagte er. Die massiven Steuersenkungen unter anderem für Firmen dürften die Verschuldung nach Auffassung von Experten um über 1 Billion Dollar in die Höhe treiben. (sda)

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