Krustentiere müssen vor dem Kochen betäubt werden

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Mit der revidierten Schutzverordnung, deren Vernehmlassung gestern endete, will der Bund nicht nur die Tierversuche neu regeln. Er strebt auch einen tiergerechteren Umgang mit Krustentieren in den Restaurants an. So sollen Hummer, Langusten und Krabben künftig betäubt werden müssen, bevor sie im Kochtopf landen. Nach Angaben von Tierschutzorganisationen ist das mit Elektroschocks möglich, was zusätzliche Technik in der Küche nötig macht. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sieht jedoch ein Schlupfloch vor: Wo die Betäubung nicht möglich sei, müsse alles Notwendige unternommen werden, um Schmerzen, Leiden und Angst auf ein Minimum zu reduzieren. Auch die Transportbedingungen sollen verbessert werden: Die Hummer dürften nicht mehr direkt auf Eis gepackt, sondern müssten im Wasser gehalten werden.

Der Bundesrat nimmt mit der neuen Tierschutzverordnung auch Messen und Ausstellungen ins Visier. Besonders scheue, auf Flucht eingestellte Tierarten sollen nicht mehr in Streichelzoos gehalten werden dürfen. Dazu gehören Kleinnager wie Meerschweinchen oder Kaninchen, aber auch Küken. Mit der Verordnungsänderung soll zudem der illegale Import von Hunden eingedämmt werden. Wer Tiere im Internet anbietet, soll vollständige Kontaktangaben nennen müssen. Zudem schreibt der Bundesrat eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Hunde vor.

Wer Tiere tötet, muss künftig höheren fachlichen Anforderungen genügen. Das Sterben muss überwacht werden, um ein qualvolles Verenden zu vermeiden. Grosse Schlachtbetriebe müssten künftig ebenfalls einen Tierschutzbeauftragten haben. Weitere neue Vorschriften betreffen die Bewegungsfreiheit von Mastvieh, den Auslauf für Pferde, Anforderungen für Schutzhunde oder den Einsatz von Tieren an Veranstaltungen. (red/sda)