Kostenexplosion bei ambulanten Behandlungen

Krankenkassen Die Gesundheitskosten steigen ungebremst. Im vergangenen Jahr betrug das Wachstum pro Versichertem 3,9 Prozent – im ersten Halbjahr 2016 kamen 4,3 Prozent hinzu.

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Krankenkassen Die Gesundheitskosten steigen ungebremst. Im vergangenen Jahr betrug das Wachstum pro Versichertem 3,9 Prozent – im ersten Halbjahr 2016 kamen 4,3 Prozent hinzu. Das grösste Kostenwachstum verzeichneten 2015 die ambulanten Arztkosten mit 5,7 Prozent, wie der Krankenkassenverband Santésuisse gestern mitteilte. Ein Kostenfaktor sind zudem die Medikamente. Nach einem Anstieg von 1,8 Prozent 2014 beträgt die Zunahme 2016 nun 5,3 Prozent.

Der Krankenkassenverband führt das Kostenwachstum im ambulanten Arzt- und Spitalbereich auf die Mengenausweitung zurück. Bei den Medikamenten gaben hingegen fehlende Regelungen für tiefere Generikapreise den Ausschlag. Santésuisse fordert griffige Massnahmen gegen das Wachstum. Routineeingriffe sollten den Ärztinnen und Ärzten nur noch pauschal vergütet werden. Bei den Medikamenten verlangt der Verband ein System mit Festbeträgen für Generika.

Der Ärzteverband FMH verweist auf die zunehmende Verschiebung vom stationären zum ambulanten Bereich. Da diese Behandlungen voll über die Prämien finanziert werden, führe dies zu höheren Krankenkassenprämien. Die FMH fordert eine einheitliche Finanzierung von stationären und ambulanten Leistungen. Als Gründe für die allgemeine Zunahme der Gesundheitskosten nennt die FMH auch die zunehmende administrative Belastung der Ärztinnen und Ärzte. (sda)