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KOMMENTAR: Ostschweiz muss warten

Kaum hat Didier Burkhalter seinen Rücktritt angekündigt, beginnt die Suche nach einem Nachfolger. Karin Keller-Sutter würde der Landesregierung guttun, schreibt Chefredaktor Stefan Schmid in seinem Kommentar. «Doch die Zeit für eine Ostschweizer Bundesrätin ist noch nicht reif.»
Stefan Schmid
Karin Keller-Sutter (FDP-SG) spricht während einer Debatte im Ständerat. (Bild: PETER KLAUNZER (KEYSTONE))

Karin Keller-Sutter (FDP-SG) spricht während einer Debatte im Ständerat. (Bild: PETER KLAUNZER (KEYSTONE))

Nur ein gutes halbes Jahr ist es her, seit die Ostschweizer Kantone an der Olma lautstark eine Vertretung im Bundesrat gefordert haben. Mit dem überraschenden Rücktritt von Didier Burkhalter gewinnt die Frage unverhofft an Aktualität. Dass der frei werdende Sitz dem Freisinn gehört, ist unbestritten. Unser Landesteil stellt mit dem Bündner Ständerat Martin Schmid, vor allem aber mit der St.Galler Kantonsvertreterin Karin Keller-Sutter zwei profilierte freisinnige Politiker. Die ehemalige Regierungsrätin würde der Landesregierung guttun. Sie ist eine intelligente Frau, perfekt zweisprachig und in Bern bestens vernetzt. Vor allem aber würde sie diesem doch eher biederen Technokraten-Gremium wieder etwas politischen Sprutz verleihen. KKS, wie sie in Bern genannt wird, will die Politik gestalten und nicht einfach solide verwalten. Von ihr wären – gerade in der festgefahrenen Aussenpolitik – Akzente zu erwarten, die man bei Didier Burkhalter schmerzlich vermisst hat.

Stefan Schmid, Chefredaktor St.Galler Tagblatt (Bild: Urs Bucher)

Stefan Schmid, Chefredaktor St.Galler Tagblatt (Bild: Urs Bucher)

Doch, und das muss nüchtern festgestellt werden, die Zeit für eine Ostschweizer Bundesrätin ist noch nicht reif. Die FDP als national verankerte Partei kann es sich kaum leisten, zwei Deutschschweizer in den Bundesrat zu entsenden. Mit grösster Wahrscheinlichkeit wird deshalb Burkhalters Sitz in der lateinischen Schweiz bleiben. Die Ostschweizer Freisinnigen kommen erst nach dem Rücktritt Schneider-Ammanns ernsthaft in die Kränze.

Unabhängig der regionalpolitischen Komponente: Das Parlament sollte aufhören mit der Unsitte, blasse Figuren zu wählen. Die Weltpolitik ist turbulenter, unberechenbarer geworden. Einige Staaten treten rücksichtsloser auf. In dieser Gemengelage hat die Bundesversammlung die Pflicht, führungsstarke Köpfe in die Regierung zu schicken.

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