Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KOMMENTAR: Fahrlehrer-Kritik an neuer Ausbildung: Eigennutzen in Alarmform

"Mörderische Vorschläge": Die Fahrlehrer laufen Sturm gegen geplante Änderungen bei der Fahrausbildung. "Sie müssen sich nicht wundern, wenn man hinter ihrem Horrorszenario den Kampf für puren Eigennutzen wittert", schreibt Inland-Redaktor Kari Kälin in seinem Kommentar.
Kari Kälin
Die geplanten Änderungen in der Fahrausbildung geben zu heftigen Diskussionen Anlass. (Bild: CHRISTIAN BEUTLER (KEYSTONE))

Die geplanten Änderungen in der Fahrausbildung geben zu heftigen Diskussionen Anlass. (Bild: CHRISTIAN BEUTLER (KEYSTONE))

Die Zahl der Todesopfer und Schwerverletzten im Verkehr ist in den letzten Jahren gesunken. Auch bei der Risikogruppe der Junglenker zeigt der Trend nach unten. Die verschiedenen Massnahmen für mehr Sicherheit auf der Strasse scheinen zu wirken. Jetzt plant der Bundesrat einige Änderungen bei der Fahrausbildung. Unter anderem soll man neu schon mit 17 anstatt 18 Jahren den Lernfahrausweis erhalten. Und einer der beiden obligatorischen Weiterbildungskurse für Junglenker soll entfallen. Die Reformen gehen grundsätzlich in die richtige Richtung: Sie stärken die Praxis.

Das sehen freilich nicht alle so. Der Schweizerische Fahrlehrer-Verband spricht von «mörderischen Vorschlägen». In dramatischen Worten haben die Fahrlehrer gestern vor mehr toten Junglenkern gewarnt, mit Verweis auf eine Studie, die sie selber in Auftrag gegeben haben.

Der Alarmismus ist übertrieben. Zum einen hat die besagte Studie gezeigt, dass die Junglenker nach der Weiterbildung bei vielen Kriterien gar nicht signifikant besser abschneiden als vor der Weiterbildung. Das deckt sich mit Erkenntnissen der Beratungsstelle für Unfallverhütung, die schon früher zu ähnlichen Schlüssen gelangte. Zum andern weiss man aus der Forschung, welche Massnahmen am besten wirken: Die Probezeit und die damit angedrohten scharfen Sanktionen bei gröberen Verkehrsregelverletzungen. Die Fahrlehrer müssen sich nicht wundern, wenn man hinter ihrem Horrorszenario den Kampf für puren Eigennutzen wittert: Die Beibehaltung von zwei obligatorischen Weiterbildungskursen, die viele Junglenker unnütz finden – und vor allem zu teuer.

Kari Kälin
schweiz@tagblatt.ch



Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.