Köppel meistert Pirouette fehlerfrei

Kunterbund

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Nach dem Attentat auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» schrieb Roger Köppel Anfang 2015 in seiner «Weltwoche» an die Adresse der Muslime: «Distanzieren allein genügt nicht.» Nach dem Rechtsextremen-Aufmarsch in Virginia tönte es vergangene Woche ganz anders: Trump sei zu Recht nicht auf die «moralerpresserische» Aufforderung eingegangen, sich verbal von den Scharfmachern abzugrenzen. Muslime müssen sich distanzieren, Politiker nicht. Diese Volte macht aus Köppels Optik Sinn: Zwischen den beiden Wortmeldungen wurde er in den Nationalrat gewählt. (bär)

Der ehemalige Bundesrat PascalCouchepin (FDP) ist nicht bekannt als einer, der seine Meinung verschweigt. Umso überraschender, dass er sich bei der Abstimmung zur Rentenreform zurückhält – im Gegensatz zur alt Bundesrätin Ruth Dreifuss (SP). Anders als Gewerkschafterin Dreifuss sei er eben «mehr Politiker als Aktivist irgendwelcher Lobbys», erklärte Couchepin seine Zurückhaltung dem «Blick». Dass ausgerechnet Politiker ihre Meinung nicht kundtun, ist uns allerdings neu. (mjb)

SVP-Nationalrätin MagdalenaMartullo-Blocher ist neu Vorstandsmitglied des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse. Ihr Vater Christoph Blocher hatte dessen Mitarbeitende einst wenig liebevoll als «Wirtschafts­bürokraten» und «kleinkarierte Funktionäre» bezeichnet. Da stellt sich die Frage: Will Martullo-­Blocher den Verband nach ih­rem Gusto auf Vordermann brin­gen – oder ihrem Vater eins auswischen? (mjb)