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Keller-Sutter setzt bei der FDP zum Triumphzug an

Die FDP-Fraktion nominiert die St.Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter mit einem Glanzresultat für den Bundesrat. Der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki schafft den Sprung aufs Ticket ebenfalls. Leer geht der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler aus.
Roger Braun
Der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki und die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter an der Medienkonferenz nach der Nomination durch die FDP-Fraktion. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (16. November 2018))

Der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki und die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter an der Medienkonferenz nach der Nomination durch die FDP-Fraktion. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (16. November 2018))

Dass die St. Galler Stände­rätin Karin Keller-Sutter den Sprung aufs Ticket der FDP schaffen würde, war klar. Doch die Art und Weise, wie sie das am Freitagabend tat, war doch überwältigend. 41 Parlamentarier nahmen an der Fraktionssitzung der FDP teil. 38 davon stimmten im ersten Wahlgang für Keller-Sutter – ein Glanzresultat. Entsprechend glücklich wirkte sie an der Medienkonferenz nach der Nomination. Gut gelaunt dankte sie der Fraktion für den «Vertrauensbeweis, der mir Ruhe und Kraft geben wird für den weiteren Parcours, den ich zu absolvieren habe».

Am anderen Ende des emotionalen Spektrums befand sich der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler. Der Mann, der bei der Veranstaltungsreihe der FDP einen starken Eindruck hinterlassen hatte, war sichtlich geknickt. Als sich seine Konkurrenten bei ihm für die Kampagne bedankten, schien es, als habe er feuchte Augen.

Wicki setzt sich gegen Amsler durch

Amsler hatte gegen den dritten Kandidaten im Bunde keine Chance. Der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki setzte sich im Wettbewerb um den Platz neben Keller-Sutter deutlich durch. Auf Wicki entfielen 29 Stimmen; Amsler musste sich mit 12 Stimmen begnügen. Schliesslich wog für Amsler die Hypothek zu schwer, dem Bundesparlament nicht anzugehören. Viele Fraktionsmitglieder kannten ihn kaum. Er habe auch wenig dafür getan, dies zu ändern, bemängelte ein Fraktionsmitglied. Für Wicki sprachen neben seinem Ständeratsamt auch seine Führungserfahrung in der Wirtschaft sowie seine Herkunft aus der Zentralschweiz, die seit 15 Jahren auf einen Sitz im Bundesrat wartet.

Mit der Nomination von Keller-Sutter und Wicki blieb die Überraschung bei der FDP aus. Bemerkenswert ist indes der grosse Vorsprung Keller-Sutters. «Die 38 von 41 Stimmen für Karin Keller-Sutter zeigen deutlich, dass ein sehr grosser Teil der FDP-Fraktion bei aller Begeisterung für Wettbewerb und Breite ein starkes Bedürfnis verspürt, künftig mit einer Frau im Bundesrat vertreten zu sein», sagte FDP-Fraktionschef Beat Walti an der Medienkonferenz.

Keller-Sutter hat Wicki auf dem Papier einiges voraus. Sie gehört zu den profiliertesten Politikerinnen im Land, während Wicki in seinen drei Jahren im Ständerat kaum Spuren hinterlassen hat. Auch überzeugt Keller-Sutter als gelernte Dolmetscherin mit tadellosem Französisch, während Wicki immer wieder strauchelt, wenn er frei spricht. Die Sprachenfrage wird zunehmend zum Handicap für Wicki. Als er in der Fraktion erklärte, er sei halt Ökonom und keine Übersetzerin, sahen mehrere Ratsmitglieder einen verkappten Angriff auf die Nicht-Akademikerin Keller-Sutter.

Wickis reagiert unsouverän auf Französisch-Frage

Auch vor den Medien machte es Wicki nicht besser. Auf die Frage, wie er die Westschweizer Parlamentarier von seiner Kandidatur überzeugen wolle, kündigte er an, in den Hearings der anderen Parteien Französisch sprechen zu wollen – «einfach nicht so oft und präzise wie andere Parlamentarier». Er werde auch die kommenden zwei Wochen bis zur Bundesratswahl keine Französisch-Stunden nehmen, genauso wenig wie er das seit der Ankündigung seiner Kandidatur gemachte habe, sagte er. «Es ist übrigens auch ein Recht, im Bundeshaus meine Muttersprache sprechen zu können.»

Bei Keller-Sutter gab ihre Weigerung zu reden, zu politischen Themen Stellung zu nehmen. Ein «Tarnkappenbomber-Wahlkampf» sei das, kritisierte ein Journalist. Keller-Sutter erklärte, sie sei Ständeratspräsidentin und habe sich aus Respekt vor dem Amt nicht politisch geäussert. Angesichts dessen, dass sie ihr Amt übernächsten Montag abgebe und eine offizielle Kandidatin sei, habe sie nun mehr Freiheiten, sich in den verbleibenden zweieinhalb Wochen zu äussern.

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