«Keine rosa Zukunft mit roten Zahlen»

Roger de Weck stellt sich im Interview weiteren Fragen zur Zukunft der SRG und seiner Rolle in der schweizerischen Medienlandschaft.

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Michael Küng

Der neue SRG-Generaldirektor will Armin Walpen nicht reinfunken und verhält sich noch zurückhaltend. Viel sagen will er deshalb noch nicht. Bei zukunftsweisenden Entscheiden im 2010 wird Armin Walpen aber mit dem 56-jährigen Roger de Weck Rücksprache halten.

Er freut sich mit «Leib und Seele» auf die neue Herausforderung, seine publizistische Tätigkeit vermisst er nicht, so Roger de Weck in der ersten Pressekonferenz zu seiner Ernennung zum Generaldirektor der SRG.

«Viel Zeit an der Front»

Roger de Weck hofft, in seiner Amtszeit viel Zeit «an der Front» verbringen zu können. So will er auch möglichst viel in den Medienhäusern von Bellinzona, Chur und der Romandie verbringen. Ebenso will er weiter regelmässige Auftritte auf dem Bildschirm nicht ausschliessen.

Zum Thema der Finanzierung hielt Roger de Weck fest, dass es «kein Unternehmen gibt, das mit jahrelangen Defiziten eine Zukunft hat». Die SRG plagt ein jährliches Defizit von 54 Millionen Franken. Wie das Finanzierungsloch zu stopfen ist, will er ohne vorangegangene ausführliche Einarbeitung nicht sagen.

Im Juni wird der Bundesrat über eine allfällige Gebührenerhöhung entscheiden.

Der neue SRG-Generaldirektor will ein enges Zusammenspiel mit dem Verwaltungsrat und den DirektorInnen der verschiedenen Unternehmensbereiche anstreben. Vom «hervorragend besetzten Verwaltungsrat» will er so profitieren.

Von Quotenburkas und Marktschreiern

Auf die Frage ob unter Roger de Weck die politischen Diskussionsrunden im Fernsehen wieder etwas weniger populistisch gestaltet würden, gibt er sich vorsichtig. Er beruft sich zwar auf den Qualitätsartikel in der Verfassung, hält aber auch ausdrücklich fest, dass er den Wert von Zuschauerzahlen und Quoten nicht unterschätzt.

Es ist offensichtlich: Roger de Weck will sich auf keinen Fall auf die Äste hinauslassen.

«Mister X» bleibt unbekannt

Der unbekannte dritte beziehungsweise vierte Kandidat für das Amt bleibt weiter geheim. Denn die allen Beteiligten zugesicherte Diskretion diesbezüglich soll auch nach der Wahl Fortbestand haben.

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