Tierschutz

Kantone erfüllen nach Tierquälerei-Skandal in Hefenhofen TG ihre Kontrollpflicht

Zwei Jahre nach dem Tierquälerei-Fall von Hefenhofen TG haben die Kantone ihre Tierschutz-Kontrollen stark verbessert. Anstatt der vorgeschriebenen 10 Prozent unangemeldeter Besuche waren es im letzten Jahr schweizweit 35 Prozent.

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Zwei Jahre nachdem der Fall von Pferdequälerei in Hefenhofen publik wurde, haben sich die unangemeldeten Tierschutz-Kontrollen der kantonalen Stellen stark verbessert. (Archivbild)

Zwei Jahre nachdem der Fall von Pferdequälerei in Hefenhofen publik wurde, haben sich die unangemeldeten Tierschutz-Kontrollen der kantonalen Stellen stark verbessert. (Archivbild)

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Grundsätzlich müssen landwirtschaftliche Tierhaltungen in der Schweiz alle vier Jahre mindestens einmal auf Mängel im Tierschutz überprüft werden. Mindestens zehn Prozent dieser Kontrollen müssen dabei unangemeldet erfolgen, damit sich die Tierhalter nicht auf die Besuche vorbereiten können.

Das Ziel ist es, dass auf diese Weise Fälle von Tierquälerei wie in Hefenhofen eher aufgedeckt oder verhindert werden können. Wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Donnerstag mitteilte, wurden im letzten Jahr 10'647 landwirtschaftliche Betriebe kontrolliert. Bei 13 Prozent von ihnen wurden Mängel festgestellt. Was beanstandet wurde, wurde dem BLV nicht gemeldet.

Der Hof des Thurgauer Tierquälers wird geräumt
17 Bilder
Die Polizei sichert die Tiere vom Hof von Ulrich K., der wegen der Quälerei von Pferden unter Verdacht steht.
Der Hof wurde abgesperrt.
Auch die Armee hilft bei der Räumaktion.
Bilder des Abtransports.
Der ehemalige Hofmitarbeiter Jonas musste mit ansehen, wie «seine» geliebten Pferde abtransportiert wurden. Die Polizei liess ihn nicht an seinen ehemaligen Arbeitsort. (Symbolbild)
Kantonstierarzt Paul Witzig, Regierungsrat Walter Schoenholzer und Polizeikommandant Kapo Thurgau Juerg Zingg, von links, informieren an der Pressekonferenz ueber die Arbeit der Taskforce Pferdehaendler K
Kantonstierarzt Paul Witzig, Regierungsrat Walter Schoenholzer und Polizeikommandant Kapo Thurgau Juerg Zingg, von rechts, informieren an der Pressekonferenz ueber die Arbeit der Taskforce Pferdehaendler K.
Die Polizei sichert den Hof von Ulrich K.
Die Polizei sichert den Hof von Ulrich K.

Der Hof des Thurgauer Tierquälers wird geräumt

Verein gegen Tierfabriken (VgT)

Sieben Kantone waren hinterher

Im August 2017 waren die katastrophalen Zustände auf dem Hof eines Pferdehändlers in Hefenhofen öffentlich gemacht worden. Die Polizei nahm den mehrfach vorbestraften Mann in Gewahrsam. Bei einem Grosseinsatz auf dem Hof wurden rund 250 Pferde, Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Lamas beschlagnahmt und in den folgenden Tagen weggebracht.

2016 hatten nur gerade elf Kantone die Mindestquote unangemeldeter Besuche von zehn Prozent erreicht. 2017 gab es bereits eine Verbesserung auf 28 Prozent. Doch auch damals kamen sieben Kantone ihren Verpflichtungen nicht nach.

Im letzten Jahr nun erfüllten die kantonalen Tierschutzfachstellen die rechtlichen Vorgaben mit 35 Prozent "deutlich", wie das BLV am Donnerstag mitteilte. Damit sei die Situation der unangemeldeten Grundkontrolle "im grünen Bereich", hiess es bei BLV auf Anfrage.