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Kampfjet, Käppis und Gummibärchen – so erlebten die Fans die Vorstellung des Eurofighters

600 Kampfjetfans kamen zur Vorstellung des Eurofighters nach Payerne. Nicht alle waren zufrieden mit dem Schaulaufen.
Samuel Schumacher - CH Media
Der Eurofighter des europäischen Herstellers Airbus. (Bild: Keystone)Der Eurofighter des europäischen Herstellers Airbus. (Bild: Keystone)
Rund 600 Planespotter sind zur Vorstellung des Eurofighters nach Payerne gekommen. (Bild: Samuel Schumacher)Rund 600 Planespotter sind zur Vorstellung des Eurofighters nach Payerne gekommen. (Bild: Samuel Schumacher)
Am Rand der Piste des Militärflughafens wohnten sie Start und Landung des Eurofighters bei. (Bild: Samuel Schumacher)Am Rand der Piste des Militärflughafens wohnten sie Start und Landung des Eurofighters bei. (Bild: Samuel Schumacher)
Der Kampfjet des europäischen Herstellers Airbus ist der erste, der vor den kritischen Blicken der Spotter über die Startbahn rollt. (Bild: Samuel Schumacher)Der Kampfjet des europäischen Herstellers Airbus ist der erste, der vor den kritischen Blicken der Spotter über die Startbahn rollt. (Bild: Samuel Schumacher)
Nicht alle waren mit dem Schaulaufen des Kampfjets zufrieden. (Bild: Samuel Schumacher)Nicht alle waren mit dem Schaulaufen des Kampfjets zufrieden. (Bild: Samuel Schumacher)
Martin Hauser ist für die Demonstration des Eurofighters aus Gümligen (BE) angereist. (Bild: Samuel Schumacher)Martin Hauser ist für die Demonstration des Eurofighters aus Gümligen (BE) angereist. (Bild: Samuel Schumacher)
Adrian Jain aus Luzern hatte keine Kamera, sondern seinen Malblock und Farbstifte dabei. (Bild: Samuel Schumacher)Adrian Jain aus Luzern hatte keine Kamera, sondern seinen Malblock und Farbstifte dabei. (Bild: Samuel Schumacher)
Statt hunderte Fotos zu machen malte er ein einziges Bild. (Bild: Samuel Schumacher)Statt hunderte Fotos zu machen malte er ein einziges Bild. (Bild: Samuel Schumacher)
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Planespotter in Payerne

«Der ist aber nicht sehr hübsch», sagt Gilles und schwenkt sein riesiges 400-Millimeter-Objektiv quer durch die Luft, immer dem Eurofighter-Kampfjet nach, der vor den Nasen der Flugzeugfans durchrollt. 600 Spotter sind am Freitagnachmittag nach Payerne gereist, um am Rand der Piste des Militärflughafens Start und Landung des Eurofighter-Testflugs beizuwohnen.

Der Kampfjet des europäischen Herstellers Airbus ist der erste, der vor den kritischen Blicken der Spotter über die Startbahn rollt. In den nächsten Wochen kommen auch die anderen vier Kandidaten aus Frankreich, den USA und Schweden ins Waadtland. Überzeugen müssen sie bei den Testflügen primär die Experten. Was die Spotter denken, ist zweitrangig. Doch die Schweizer Stimmbürger müssen das Budget für den Kauf neuer Kampfjets absegnen. Deshalb ist die Meinung des Volkes nicht unwichtig. Und die Spotter haben – mindestens in einer Sache – eine klare Meinung.

Er sei enttäuscht, sagt Urs Brechtbühl, der sich mit seiner Kamera auf einen kleinen Hügel neben dem Flugzeughangar aufgestellt hat. «Da nehme ich extra einen Tag frei, und dann drehen die nicht mal ihre Nase zu uns Zuschauern, bevor sie starten», sagt der Basler. «Cherdi doch, hueresiech», hat sein Nebenmann noch gesagt. Aber der Flieger ist einfach nur durchgerollt. Ein bisschen Show wäre angebracht gewesen, findet Brechtbühl. Die Leute ein bisschen «giggerig» machen, das wäre doch nicht zu viel verlangt. Er schaut in den stahlblauen Waadtländer Himmel: kein Jet, keine Loopings, einfach gestartet und weg. So hat er sich das nicht vorgestellt.

Der Künstler im Gebüsch

Wem diese Anlässe nicht passen, der soll halt zuhause bleiben oder spazieren gehen, sagt Adrian Jain. «Jedem das Seine, oder?», meint der Luzerner. Er sitzt abseits der Landebahn im Gestüpp, vor sich einen Malblock und Farbstifte, den Sonnenhut tief in die Stirn gezogen. Jain ist ein «Slow-Spotter». Das Kamerageklicke ist ihm zu viel. Statt hunderte Fotos zu machen, malt er ein einziges Bild. Den Moment geniessen, den Lärm in sich aufsagen, die gewaltig Kraft erahnen, darum geht es ihm. «Einen Kampfjet live zu erleben ist schon was ganz Spezielles», sagt Jain. Welchen Flieger die Schweiz letztendlich kaufe, sei ihm aber egal.

Anders siehts Martin Hauser. Die Abzeichen auf seiner Lederjacke zeugen vom jahrzehntelangen Interesse des Gümligers an der militärischen Fliegerei. Hausen hats mit den Amis. «Mir wäre ein Super Hornet oder der F-35 von Lockheed Martin am liebsten», sagt er. «Aber wir vom gewöhnlichen Volk haben das nötige Wissen nicht, um das zu entscheiden.»

Der erste Kampfjet-Spotterevent zeigt dennoch, dass den Veranstaltern viel am Goodwill ebendieses gewöhnlichen Volks gelegen ist. Am Eingang zum Militärflugplatz gabs gratis Getränke und Knäckebrot, der Kampfjet-Hersteller Airbus verschenkte Käppis und Kampfflieger-Gummibärchen.

Ein Ami wäre cool

Milan Renfer hat seine Jackentaschen mit den Gummi-Jets gefüllt. Der Elfjährige ist mit seinem Vater und seinem Bruder angereist, um den Eurofighter live zu sehen. Der sei schon cool, meint Milan. «Aber die Schweiz sollte den amerikanischen F-35 kaufen.» Oder vielleicht auch einfach von allen fünf Herstellern je ein paar. Das wäre für die Spotter am besten, meint der junge Berner. Kampfjetpilot werden wolle er eigentlich nicht. «Aber wenn sich mich fragen würden, würde ich schon ja sagen.»

Ja gesagt, wenn man sie denn gefragt hätte, das hätten wohl viele der Flugzeugfans, die sich am Freitag in Payerne eingefunden haben. Ja gesagt hätte damals wahrscheinlich auch Albert Clerc. Der Mühleberger ist ein eingefleischter Kampfjet-Fan. Er steht mit seinen zwei Spotter-Kollegen ganz vorne an der Abschrankung und fachsimpelt über Vor- und Nachteile des Eurofighters. «Ich komme an alle Spotter-Events. Welchen Flieger ich kaufen würde, kann ich ihnen erst danach sagen», meint Clerc. Das nächste Kampfjet-Schaulaufen findet am 30. April statt. Anmelden kann man sich auf der Homepage von armasuisse ab dem 18. April. Über die Startbahn rollt dann der F/A-18 Superhornet von Boeing. Ob es auch wieder gratis Gummibärchen gibt, ist noch unklar.

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